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Stand 20.6.2008

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Die Film-Technik: ein Werkzeug, das hilft, präzise zu sein

Lektion 3


Beim letzten Mal habe ich hervorgehoben, wie wichtig es ist, präzise Einzelereignisse zu behandeln statt allgemeine Probleme. Dies kann oftmals den Unterschied ausmachen zwischen scheinbarem Misserfolg und dramatischem Erfolg. Auch wenn das Konzept einfach zu verstehen ist, haben manche Anfänger Schwierigkeiten damit, es in die Praxis umzusetzen.

 

Glücklicherweise gibt es ein Werkzeug, das diese wichtige Sache bedeutend erleichtert. Ich nenne es die „Film-Technik“ und diese wird deutlich demonstriert auf unserem "6 Days at the VA"-Video in den Beispielen mit Rich und mit Robert. Es handelt sich hierbei um das dritte Video in „The EFT Course“.

 

Einfach gesagt: Wenn der Klient aus dem Problem-Ereignis einen Film machen kann, den er vor seinem geistigen Auge ablaufen lässt, dann ist er automatisch präzise. Ein Film hat einen genauen Anfang und eine genaues zeitliches Ende. Er hat eine präzise Handlung und bestimmte Akteure. Er beinhaltet präzise Worte und präzise Aktionen und erzeugt ganz bestimmte Gefühle. Es ist tatsächlich so: Wenn der Klient aus seinem Problem keinen präzisen Film machen, dann ist das Problem zu allgemein formuliert.

 

Hier ein Beispiel: Nehmen wir an, dass der Klient das Problem als “Mein Vater hat mich immer misshandelt” beschreibt. Das ist natürlich zu allgemein, denn die Misshandlung wird wahrscheinlich aus zahllosen einzelnen Misshandlungs-Vorfällen (Ereignissen) bestanden haben. Wenn Sie den Klienten bitten, einen präzisen Film aus dieser Misshandlung zu machen, dann DRÄNGEN SIE SIE/IHN BEHUTSAM IN RICHTUNG PRÄZISIERUNG. Manchmal wird die Klientin/der Klient das Problem vage verallgemeinern statt einen präzisen Film zu machen. In solchen Fällen werden Sie ihn in die richtige Richtung führen müssen.

 

Um Ihnen für den Ablauf dieser Film-Technik einige Hilfestellungen an die Hand zu geben, gebe ich Ihnen den folgenden Ablauf weiter, den ich im Laufe der Zeit entwickelt habe....

 

 

Zuerst frage ich die Klienten "Wenn das Problem ein Film wäre, wie lange würde er dauern?“ Typischerweise bekomme ich eine Antwort, die in Minuten gemessen werden kann. Dies ist natürlich ein präziser Film. Wenn sie „einige Tage” sagen, dann können Sie in der Regeln davon ausgehen, dass das Problem noch immer zu allgemein angegangen wird.

 

 

Als nächstes fragen Sie die Klienten, “Wie würde der Titel des Filmes lauten?“ Auch dies führt zu mehr Präzision. In den meisten Fällen, wird man Ihnen einen klaren Titel nennen, so wie "Auseinandersetzung in der Küche" oder "Mein Unfall in Mutters Auto." Wenn sie einen allgemeineren Titel nennen, überprüfen Sie auf jeden Fall, wie präzise der Film ist.
 

 

Nächster Schritt: Bitten Sie die Klienten, den Film mental ablaufen zu lassen und auf einer Skala von 0-10 die Intensität festzustellen, die sie JETZT (zu dem Zeitpunkt, wo sie es sich vorstellen) haben. Alternativ können Sie sie auch bitten, die Intensität zu SCHÄTZEN, die sie haben würden, WENN sie sich ihren Film lebhaft vorstellen würden. Ich stelle fest, dass Schätzungen in der Regel relativ genau sind UND das Schätzen den Klienten eher einigen emotionalen Schmerz erspart.

 

 

Machen Sie dann einige Runden EFT mit "dieser ____________ Film" um jedweder Intensität die Schärfe zu nehmen.
 

 

Als nächstes bitten Sie die Klienten, Ihnen den Film mit Worten zu erzählen. Dabei sollen sie mit einer Sache beginnen, über die sie leicht sprechen können, ABER SIE SOLLEN ANHALTEN, SOBALD SIE IRGENDEINE INTENSITÄT SPÜREN. Sie werden in der Regel die Bedeutung des Anhaltens betonen müssen, weil viele Klienten so konditioniert sind, dass sie glauben, um ein Problem loszuwerden, müssten sie tapfer sein und den Schmerz fühlen, während sie durch das Problem gehen. Das ist jetzt eine überholte Denkweise. Bei EFT stellen diese Halte-Punkte Möglichkeiten zum Klopfen dar.

 

Als nächstes wenden Sie EFT auf jeden Stop-Punkt an, bis da keine Intensität mehr bzgl. dieses Abschnitts (Aspekts) des Filmes vorhanden ist.

 

 

Als nächstes bitten Sie die Klienten, den Film in ihrer Vorstellung in lebhaften Details ablaufen zu lassen und sofort mitzuteilen, wenn Intensität hoch kommt.

 

Danach wiederholen Sie EFT für jede noch übrig gebliebene Intensität und lassen den Film erneut ablaufen. Machen Sie diesen EFT/Film-Kreislauf so lange bis der Film keine Intensität mehr auslöst.

 

Sorgfältig durchgeführt sollte diese Prozedur einen negativen Baum aus dem emotionalen Wald des Klienten sauber entfernen. Dann können Sie einen anderen Baum entfernen ... und dann einen nächsten ... und dann noch einen ... bis 5 oder 10 Bäume gründlich entwurzelt sind. Da die meisten dieser Bäume einige Gemeinsamkeiten untereinander haben, tritt normalerweise ein “Generalisierungseffekt” ein, der sich über den ganzen Wald ausbreitet und dabei den Rest der Bäume zum Fallen bringt. Dadurch ist das “Mein Vater hat mich immer misshandelt”–Problem des Klienten oft nach der Neutralisierung von 5 oder 10 Einzelereignissen erledigt, auch wenn es vielleicht mehrere hundert Ereignisse (Bäume) gibt, die zu diesem Problem beitragen.

 

Wie oben erwähnt, sind beide Techniken, die "Film-Technik” und der “Generalisierungs-Effekt” wunderbar und in allen Einzelheiten auf dem „6 Days at the VA"-Video zu sehen. Eifrige Studenten werden dieses Video wiederholt ansehen wollen (besonders den Abschnitt mit Rich). Es ist voll von hilfreicher Wortwahl und wird fast jedermanns EFT-Fertigkeiten verbessern.

 

Ich umarme Euch, Gary 

 

 

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Übersetzung Sibylle Horn. Die Rechte an diesem Artikel liegen beim Autor. Für die Weiterverwendung gelten Gary Craigs Vorgaben, siehe Copyright und www.emofree.com

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