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Stand 20.6.2008

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Aspekte

Lektion 4


Bei vielen Gelegenheiten ist es ausreichend, eine oder zwei Runden EFT auf ein spezielles Ereignis anzuwenden, um dessen emotionale Intensität für immer verschwinden zu lassen. Das sind „Minuten-Wunder" und sie treten glücklicherweise mit wunderbarer Regelmässigkeit auf.

 

Manchmal wird es Ihnen passieren, dass der Klient das Problem immer noch als „nicht besser“ einstuft, obwohl Sie professionelle Anstrengungen unternommen haben, um für spezifische Ereignisse zu klopfen. Warum kann das sein? Warum funktioniert der Prozess in den meisten Fällen so einfach und scheint in anderen Fällen zu versagen? Es gibt hier ein paar Möglichkeiten (auf die anderen werde ich später eingehen), aber eine der häufigsten Ursachen ist, dass der Klient zu “anderen Aspekten übergeht”.

 

Es zeigt sich, dass manche Probleme viele Teile – oder Aspekte – besitzen. Diese sind tatsächlich als getrennt zu sehende Probleme. Trotzdem machen Klienten gewöhnlich diesen Unterschied nicht, ausser Sie weisen sie darauf hin. Nehmen wir zum Beispiel an, ein Klient sucht Hilfe für seine beängstigenden Erinnerungen an einen Autounfall. Sie können EFT natürlich auf „diesen Unfall“ anwenden und es ist wahrscheinlich, dass sie damit gut voran kommen. Sollte das dennoch nicht passieren, können Sie nach mehr Einzelheiten (Aspekten) fragen mit einer Frage wie...

 

"Was macht Ihnen an dem Unfall am meisten zu schaffen?"

 

Angenommen der Klient sagt "Oh, die Scheinwerfer, die Scheinwerfer, ich sehe sie immer noch auf mich zukommen!" Sie können dann für "die Scheinwerfer" klopfen oder "meine Angst vor den Scheinwerfern" oder jeden anderen Ausdruck, der zu passen scheint. Nachdem die Reaktion des Klienten auf die Scheinwerfer mit EFT auf Null gebracht ist, können Sie fragen...

 

"Was von dem Unfall macht Ihnen noch zu schaffen?"

 

An dieser Stelle bringt der Klient vielleicht andere Aspekte wie "Die Schreie im Auto” oder "Meine Wut auf den anderen Fahrer" oder "Meine Wut auf die Doktoren" usw. auf. Die Liste kann ziemlich lang sein. Normalerweise beinhaltet sie dennoch nur einen oder zwei Aspekte. Klopfen Sie diese anderen Aspekte bis, der Klient nichts beunruhigendes mehr an dem Unfall finden kann.

 

Als Test bitten Sie ihn, den Unfall in seiner Vorstellung in lebhaften Einzelheiten als Film ablaufen zu lassen. Dies wird jeden noch damit verbundenen Aspekt zum Klopfen an die Oberfläche bringen. Schliesslich sollte der Klient kein Problem mehr mit dem Unfall haben. Es wird ein unglückliches Ereignis in seinem Leben gewesen sein – und nichts mehr.

 

Ein dabei dennoch oft gemachter Fehler ist es, mit “Die Scheinwerfer” zu klopfen und dann eine viel zu allgemeine Frage zu stellen wie "Wie fühlen Sie sich jetzt, wenn Sie an den Unfall denken?" Diese Frage fragt nicht nach irgendwelchen neuen Aspekten. Sie fragt nach einem Gesamtgefühl. Es ist tatsächlich so: Sind noch weitere Aspekte vorhanden (wie "die Schreie im Auto"), so wird der Klient "keinen Fortschritt" melden, weil er noch immer Intensität spürt. Erinnern Sie sich, der Klient unterscheidet nicht zwischen den Aspekten. Für ihn ist das alles ein grosses Problem. Sie müssen die Unterscheidung machen, indem Sie erstens feststellen, dass Aspekte da sind (das ist einfach eine Sache der Erfahrung) und zweitens die richtigen Fragen stellen, um sie an die Oberfläche zu bringen.

 

Aspekte können bei fast allen emotionalen Themen auftauchen – Beispiele wären...

 

 

Ein Kriegstrauma kann Aspekte haben wie den Anblick des Bluts, den Blick in die Augen eines Kameraden, bevor er starb, den Lärm einer Handgranate, usw.

 

 

Eine Vergewaltigungs-Erfahrung kann Aspekte haben wie den Geruch des Atems des Peinigers, den Schlag einer Faust, das Eindringen, usw.
 

 

Eine Angst vor öffentlichem Auftreten kann Aspekte haben wie den Anblick eines Mikrofons, die auf einen gerichteten Augen des Publikums, eine Erinnerung, als Kind ausgelacht worden zu sein, usw.

 

Eine andere wichtige Sache, die man im Blick haben sollte, ist die, dass auch eine Emotion ein Aspekt sein kann. So berichten einige Klienten, dass die Wut, die mit einem gegebenen Ereignis zu tun hat, in Traurigkeit übergegangen ist. Nehmen Sie diese Hinweise auf. Diese verschiedenen emotionalen Aspekte bringen Sie tiefer in das Problem hinein. Sie sind Gelegenheiten für tiefergehendere Heilung und Sie werden mit der grossartigen Möglichkeit beschenkt, Ihr Handwerk immer besser zu beherrschen.

 

Unsere Videos sind voll von Live-Beispielen von Aspekten, die Sie immer und immer wieder abspielen können. Ich glaube nicht, dass sie irgendwo bessere Beispiele finden werden dafür, wie man mit diesem wichtigen Thema umgeht. Achten Sie besonders auf Dave und seine Angst vor dem Wasser am Ende des ersten Videos.

 

Diese 60-Minuten-Sitzung ist ein Musterbeispiel für Aspekte und wie man sie anspricht.

 

 

 

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Übersetzung Sibylle Horn. Die Rechte an diesem Artikel liegen beim Autor. Für die Weiterverwendung gelten Gary Craigs Vorgaben, siehe Copyright und www.emofree.com
 

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