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Die größte Psychotherapeutin der Welt
Übersetzt von Dorothee Geray. Herzlichen Dank für die freundliche Abdruckgenehmigung!
“Tu alles, was Du tust, mit Liebe” Og Mandino
Hallo, Ihr Alle, meine beste Freundin starb gestern nacht. Sie war fast 80.
Meine Cousins nannten sie Tante Thelma.
Meine Kinder nannten sie Granny.
Ich nannte sie Mom.
Ich ehrte Mom vor ein paar Jahren im Rahmen meiner Serie “Palast der Möglichkeiten” auf meiner Webseite. Ich nannte den Artikel “die grösste Psychpotherapeutin der Welt” und ich wiederhole ihn hier als Tribut an diese weise und liebevolle Frau, deren Geist die ganze Idee von EFT durchdringt. Sie ist auf unserer Webseite, in diesem Rundbrief und auf unseren Videos immer präsent. Sie war eine unserer Lehrerinnen, auch wenn die meisten unter Euch sie nie kennengelernt haben.
Liebe für Euch alle, Gary
Von Gary Craig
Es ist mein Privileg, die grösste Psychotherapeutin der Welt nicht nur gekannt zu haben, sondern auch von ihr geformt worden zu sein. Interessanterweise hat sie keinerlei therapeutische Ausbildung und auch keine Vorstellung von solchen “Therapiefachausdrücken” wie sekundäre Gewinne, PTSD etc. Um ehrlich zu sein, ich glaube, sie hat niemals ein psychologisches Buch gelesen. Sie hat auch keinen Hochschulabschluss. Grund dafür ist, dass sie mir mit 16 Jahren das Leben geschenkt hat!
Mom ist mein grösstes Geschenk. Lange bevor ich über den Palast der Möglichkeiten nachdachte, schrieb sie lauter gute Gedanken auf meine Wände. Dies geschah ununterbrochen, ständig. Jedesmal, wenn ich irgendetwas tat, was auch nur im Entferntesten heldenhaft war, war Mom ernsthaft hingerissen. Und das erzählte sie mir auch, wieder und wieder, in glühenden Worten. Es war einfach unglaublich für sie, dass sie ein so enorm “talentiertes” Kind hervorgebracht haben sollte, auch wenn, wenn wir ehrlich sein wollen, ich mit nicht mehr als dem ganz durchschnittlichen Rohmaterial ausgestattet war.
Vielleicht lag es daran, dass sie aus einer sehr armen Familie mit 4 Kindern und keinem Vater stammte. Vielleicht lag es daran, dass ihre Mutter diesen Kindern (Mom eingeschlossen) erzählte, dass sie sich wünschte, sie wären nie geboren worden und dass sie es hasste, Fussböden schrubben zu müssen, um sich und ihre Familie alleine durchzubringen. Vielleicht lag es daran, dass Mom sich immer als nicht gut genug empfand, weil sie sich keine Unterwäsche leisten konnte und von den anderen Kindern in der Schule immer ausgelacht und ausgeschlossen wurde. Während der Pausen sass sie oft ganz allein in einer Ecke des Schulhofs.
Ich erinnere mich daran, dass ich eines Tages (ich war in der dritten Klasse) von der Schule nach Hause kam und Mom stolz erzählte, dass ich im Buchstabierwettbewerb den 3. Platz belegt hatte. Nun, das ist, zugegebenermassen, bei 25 Teilnehmern kein schlechtes Ergebnis. Aber für Mom war es wieder einmal ein weiteres Heldenstück von “Wonder Boy”. Sie erzählte es natürlich all unseren Nachbarn und Freunden und über Monate hinweg pflegten erwachsene Besucher “Wonder Boy” Dinge zu fragen wie: “Wie buchstabiert man Garage?” Selbstverständlich wuchs mein Ruhm mit jedem neu richtig buchstabierten Wort.
Derartige Dinge geschahen ständig, während ich aufwuchs. Mom kam zu jedem Sportereignis, an dem ich teilnahm und sang mein Loblied, völlig egal, wie ich gespielt hatte. Dad tat dasselbe, wenn auch nicht so wortreich wie Mom. Auch an einem schlechten Tag pflegte Mom mich auf das Positive hinzuweisen. Sie sagte Dinge wie: “Schau mal, wenn Du den Ball am 4. Inning nicht gefangen hättest, dann wäre das Ergebnis noch viel schlechter gewesen. Du siehst gar nicht, was für tolle Sachen Du machst.”
So bin ich aufgewachsen. Klar, manchmal wurde ich auch ausgeschimpft, wenn ich mich schlecht benommen hatte, aber das war nie, weil ich schlecht war. Es war immer, weil mein Verhalten korrigiert werden musste. Diese Unterscheidung war immer ganz eindeutig für mich. Ausserdem, auch wenn ich mir sicher bin, dass es wahrscheinlich auch einmal geschehen sein mag, kann ich mich nicht erinnern, dass meine Eltern mich je angeschrien hätten. Die positive Schrift an meinen Wänden war so gründlich und weitreichend, dass das Negative mich nie lange berühren konnte.
Wie würde es Ihnen gefallen, Wonder Boy oder Wonder Girl IN GROSSBUCHSTABEN auf Ihren inneren Wänden zu lesen? Würde Ihnen das Selbstvertrauen geben? Würde es Ihre Fähigkeit, sich frei und ungezwungen in dieser Welt zu bewegen, beeinflussen? Würden Sie versuchen, diesem Bild von Ihnen gerecht zu werden und eine Welt um sich herum zu erschaffen, die Ihre eigenen Überzeugungen widerspiegelt? Natürlich. Das ist es, was wir alle tun. Das tun unsere Klienten auch. Wenn Sie wissen wollen, was jemanden geformt hat, lesen Sie einfach die Schrift an seinen inneren Wänden.
Die Schrift an unseren inneren Wänden, wie auch immer sie dort hingekommen sein mag, ist unsere Version der Wahrheit über uns selbst und die Welt um uns herum. Solange wir jung sind, werden die Wände von anderen beschrieben, vor allem von unseren Eltern. Unsere Eltern sind in diesem Alter oft unsere wichtigsten Psychotherapeuten. Ihre Handschrift befindet sich überall auf unserer Seele. Wenn diese Schrift aufbauend und unterstützend war, wie bei mir, dann neigen wir dazu, uns mehr auf Möglichkeiten als auf Probleme zu konzentrieren. Die Worte “Ich kann nicht” oder “Ich sollte” haben nur geringen Effekt auf uns. Wir glauben weniger an “Grenzen”.
Ich sage es noch mal. Mom ist mein grösstes Geschenk.
Ich umarme Euch,
Gary
P.S.: Mom kennt sich mit Computern nicht aus, und ist deshalb auch nicht in diesem Emailforum. Ich werde diesen Artikel ausdrucken und ihn ihr geben. Ich bin mir sicher, dass sie ihren Titel als “Grösste Psychotherapeutin der Welt” mögen wird. Ich bin mir aber auch sicher, dass sie etwas in der Richtung antworten wird wie: “Oh Honey, Du schreibst so schön. Siehst Du, wie gut Du das machst?”
Ist sie nicht wundervoll? Welch ein Geschenk!
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