Lösen Sie Ihre PU´s mit Ihren eigenen Sätzen auf!
Ein Artikel von John Freedom, übersetzt aus dem amerikanischen von Christiane von Rabenau
Die Einstimmungssätze sind ein oftmals unterschätzter Teil von EFT. Viele von uns benutzen wie selbstverständlich den ursprünglichen Satz ”Auch wenn ich dieses Problem XY habe, akzeptiere und liebe ich mich vollkommen". Das funktioniert - meistens, aber nicht immer.
Der Einstimmungssatz ist gedacht als Gegenmittel für die sogenannte “Psychoenergetische Umkehrung" (Psychological Reversal (PU)). Eine PU ist ein Einwand gegen Heilung. Es ist eine Form von subtiler Selbstsabotage und beinhaltet limitierende Überzeugungen oder Gedanken / Überlegungen einer Person, welche sie von Heilung und Veränderung abhalten. Häufig liegt auch eine Art Selbsthass vor.
Der/die Betroffene könnte beispielsweise bewusst oder unbewusst denken ”Weil ich dieses Problem habe, bin ich ein schlechter Mensch und deswegen nicht liebenswert".
Der ursprüngliche Einstellungssatz tritt dieser Möglichkeit entgegen. Er erkennt an “Auch wenn ich dieses Problem habe..." und begegnet der PR mit “...liebe und akzeptiere ich mich vollkommen".
Aber es gibt Probleme mit diesem Einstimmungssatz. Einige Menschen schrecken allein schon vor der Idee oder gar der Möglichkeit zurück, sie könnten sich selbst lieben oder akzeptieren. (...) Und für andere ist Selbstakzeptanz nicht das Problem und deswegen auch nicht das Gegenmittel. Es können andere Formen von PR unter der Oberfläche lauern, denen begegnet werden muss.
PR kann verschiedene Formen annehmen. Diese sind unter anderem von Fred Gallo, David Grudermeyer und Asha Clinton zusammengetragen worden. Einige Beispiele:
* Möglichkeit “Ich kann nicht über dieses Problem hinwegkommen."
* Wertschätzung “Ich verdiene es nicht, über dieses Problem hinwegzukommen."
* Sicherheit “Es ist nicht sicher für mich, über dieses Problem hinwegzukommen."
* Gewinn “Ich werde XY verlieren, wenn ich über mein Problem oder Verlust hinweggekommen bin." * Autoritäten “Mein Arzt sagt, dass ich dieses Problem immer behalten werde"
* Identität “Ich kann dieses Problem nicht aufgeben. Es ist ein Teil dessen, was/wer ich bin."
(...) In meiner Arbeit habe ich festgestellt, dass es effektiver und kreativer ist und mehr Spass macht, meine eigenen Einstimmungssätze zu entwickeln. Einer der Schlüssel, EFT erfolgreich anzuwenden, ist es, das Gesamtproblem in seine Einzelteile zu zerlegen (“chunk down") und immer spezifischer zu werden. Ebenso lässt sich die Effektivität der gesamten Behandlung durch spezifische Einstimmungssätze deutlich erhöhen.
Eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Vorgehensweise nenne ich das “Teile Setup". Es besteht aus den folgenden drei Schritten:
1. “Auch wenn ein Teil von mir denkt, dass ...
2. weiss der Rest von mir, dass... und
3. ich bin bereit/entscheide mich dafür, .... zu tun!"
In den ersten Satzteil wird die limitierende Überzeugung eingesetzt, das, was der Heilung entgegensteht (PU). Im Zweiten wird eine positive Wahrheit eingesetzt, die der limitierenden Überzeugung widerspricht. Was ist stärker als eine limitierende Überzeugung und kann diese effektiv “neutralisieren"? Eine wahre, nicht-limitierende Tatsache!
In den dritten Satzteil wird eine positive Handlung/Aktion eingesetzt, die der/die Betreffende bereit ist, zu tun bzw. für die er/sie sich entschieden hat.
Dabei ist “sich entscheiden" (choosing) die stärkere Variante gegenüber “bereit sein" (willing to) (vergleiche auch Dr. Pat. Carrington's Modell). Wichtig ist dabei jedoch, dass man auch tatsächlich das umsetzt, was man sich vorgenommen hat!
Hier ein Beispiel: Eine Studentin glaubte, sie “könne nichts richtig machen". Das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. Aber es war ihre Überzeugung. Und wenn sie “nichts richtig machen kann", dann folgt daraus, dass sie auch “EFT nicht richtig kann", was ihre Resultate sabotieren würde. Wir erarbeiteten für sie die folgenden Einstimmungssätze:
A 1. “Auch wenn ein Teil von mir denkt, dass ich nichts richtig machen kann,
2. weiss der Rest von mir, dass ich einige Sachen sehr gut mache (positive Tatsache), und
3. ich bin bereit, mich zu lieben und zu akzeptieren (positive Handlung), unabhängig davon, ob
ich Dinge richtig oder falsch mache."
B 1. Auch wenn ein Teil von mir denkt, dass ich nichts richtig machen kann,
2. weiss der Rest von mir, dass ich viele Jahre einen verantwortungsvollen Job hatte, und
3. ich entscheide mich dafür, auf das zu schauen, was ich kann und nicht auf das, was ich nicht
kann."
C 1. ”Auch wenn ein Teil von mir denkt, dass ich nichts richtig machen kann,
2. weiss der Rest von mir, dass ich intelligent, fähig und kompetent bin, und
3. ich bin bereit zu lernen, mich zu klopfen und die Resultate zu erzielen, die ich mir wünsche."
Ich lasse meine Klienten dieses Setup drei oder vier mal wiederholen. Dabei verwenden wir jeweils dieselben PU/Einwände, aber andere “Gegenmittel" und Schlusssätze mit unterschiedlichen Inhalten (choices).
Eine sorgfältig entwickelte Einstimmung, gefolgt vom Klopfen, ist nach meiner Erfahrung in der Lage, viele Probleme effektiv zu beseitigen. Dadurch, dass eine spezifische PU offen zugegeben wird und diese dann konfrontiert und unschädlich gemacht wird, kann das eigentliche Problem viel einfacher weggetappt werden. Nicht selten reduziert sich die Intensität auf der Skala des Klienten schon um 50% oder mehr, allein durch das Setup.
Das Teile-Setup ist nur eine von vielen Variationen. Experimentiert damit und berichtet mir von Euren Erfahrungen!
John Freedom, M.C., NLP. freejii@yahoo.com
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