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Stand 20.6.2008

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Irgend etwas fehlt in meiner Karriere

 

von Dr. Alexander Lees
Übersetzt von Dorothee Geray.
Herzlichen Dank für die freundliche Abdruckgenehmigung!

 


Hallo, Ihr alle,

 

 Vielen Dank für Dr. Alexander Lees (Kanada) und seine Klientin “Janet” für diesen nützlichen Artikel darüber, wie man an ein schwer fassbares Problem herangeht. Manche Klienten definieren ihr Problem mit solch schwammigen Begriffen wie “Ich habe nicht genug Selbstwertgefühl” oder “Ich bin nicht liebenswert” oder, wie in Janets Fall, “Irgendwas fehlt in meiner Karriere”. Diese Beschwerden sind meistens zu global für eine effektive Behandlung und so fordern sie den EFT´ler heraus, die unter diesem Problem liegenden Kernthemen zu finden. Diejenigen unter Euch, die Alex´ frühere Fälle kennen, sind sich sicher schon über seine Fertigkeit, die richtige Sprache zu finden, um solche Probleme ans Tageslicht zu bringen, im Klaren. Dieser Fall ist da keine Ausnahme. Bitte beachtet, wie er Janet von “Etwas fehlt in meiner Karriere” zu “Ich darf nicht gut genug sein” mitnimmt. Dies ist ein ganz wichtiger Schritt.

Um diesen Fall noch etwas nutzbringender zu machen, füge ich noch einige eigene Kommentare hinzu.

Ich umarme Euch, Gary
_____________________________________________________________________

Von Dr. Alexander Lees

Janet ist Masseurin, Ende 20, und seit ca. 8 Jahren in diesem Beruf tätig. Auch wenn sich ihr Geschäft gut entwickelt hat und viele ihrer Klienten auf Empfehlung zu ihr kamen, stellte Janet fest,  dass ihr “etwas fehlte in ihrem Beruf” und wandte sich an mich, um Hilfe und wenn möglich auch eine Lösung des Problems zu finden.

Wie das manchmal so geschieht, kam auf die Frage “Wenn Sie wüssten, was Ihnen fehlt, oder wenn Sie wüssten, was Sie ändern müssten oder wenn Sie wüssten, was Sie brauchen, was wäre das wohl?”, die Antwort “Ich habe keine Ahnung”. Der folgende Dialog funktioniert häufig, wenn der Klient so festsitzt, und so ging´s weiter:


“Natürlich wissen Sie es jetzt noch nicht, aber wenn Sie es wüssten, was wäre es dann?” - “Das weiss ich ja gerade nicht. Das ist mein Problem.” Darauf antwortete ich: “Dann erfinden Sie etwas

Anmerkung G.C.: Ich Fällen wie diesen bitte ich den Klienten gerne, einfach zu raten.

Alex: Janet war für einen Moment gedankenabwesend, dann gewann ihr Blick wieder an Schärfe, und sie sagte: “Sorry (mit einem leichten Seufzen), das funktioniert bei mir nicht.” - “Okay” entgegnete ich, “dann lügen Sie.” Für viele Menschen ist das ein echter Schock, einen solchen Tip von ihrem Therapeuten zu bekommen. Nichtsdestotrotz, häufig bringt genau das den Anstoss, den sie brauchen, indem sie in eine andere Stimmung kommen, und plötzlich stürzen die Informationen nur so aus ihnen heraus. Diesmal aber nicht.

“Das will ich aber nicht!” sagte Janet leidenschaftlich. “Wieso sollte ich so was tun wollen?”

“Nun ja, das kommt auf Ihre Definition an,” sagte ich. “Soweit es die Therapie betrifft, kann eine Lüge als Unwahrheit bezeichnet werden. Und wenn jemand etwas wirklich nicht glaubt, dann kann man es entweder als Lügen bezeichnen oder als die Unwahrheit sagen. Wenn Sie einen Gedanken oder eine Einsicht über die Vergangenheit haben, darüber, was Sie gerne ändern würden, diesen aber vielleicht unwillkürlich als unwahr verworfen haben, dann kann die Aufforderung, zu lügen, also die Unwahrheit zu sagen, diesen Gedanken manchmal wieder in Ihr Bewusstsein zurückbringen. Dann können wir ihn weiter untersuchen.”

Janet dachte noch mal für ein paar Minuten nach und sagte dann mit einer kleinen Stimme “Ich war schon einmal an diesem Punkt.” Ich hob nur wortlos die Augenbrauen. “Ich traf mich letztes Jahr mit einem Therapeuten. Er war sehr nett. Ich fand unsere Gespräche sehr anregend. Wir kamen genau an diesen Punkt, ich sagte ihm, irgendwas sei nicht richtig für mich, aber wir konnten einfach nicht dahinter kommen, was das war. Macht das irgendwie Sinn für Sie?”

Anmerkung GC: Herkömmliche Therapien versuchen häufig dadurch, dass über das Problem gesprochen wird, neue Einsichten hervorzurufen. Wie in Janet´s Fall, vermag das nur selten, das Problem wirklich zu lösen. Die meisten Klienten sind sich nur umso mehr darüber bewusst, dass sie das Gefühl haben, feststecken.

Alex: Natürlich tut es das, und weil so viele Leute genau dasselbe Problem damit haben, festzusitzen, habe ich mich in einer Technik weitergebildet, die damit sehr gut zurechtkommt. Da Sie das Problem auch schon so klar bezeichnet haben, müssen wir gar nichts ändern, wir verwenden einfach Ihre Worte für die Technik.

“Da Sie ja Massagetherapeutin sind, kennen Sie sich ja mit Energieblockaden aus, oder?” (Oder? war eine Feststellung, keine Frage). Janet nickte und ich beklopfte den Handkantenpunkt, während ich den folgenden Wortlaut verwendete.

 

Auch wenn ich nicht weiss, was ich brauche, oder was ich will, akzeptiere ich mich doch voll und ganz.”

 

 Ihr leichtes Stirnrunzeln veranlasste mich, eine Pause einzulegen und zu fragen “Möchte mir Ihr Unbewusstes etwas mitteilen?” - “Ja, es ist, als ob mir eine innere Stimme sagt: Du kannst das nicht zulassen, dass Du das einfach nicht weisst!” - “Das ist wahr”, sagte ich, “aber Sie können akzeptieren, dass Sie es nicht wissen, oder?”

Nach einiger weiterer Diskussion gab Janet nach. “Ich kann erkennen, dass ich nicht weiss, was falsch ist, und ich kann akzeptieren, dass mein Bewusstsein es auch nicht weiss, ich glaube aber, dass mein Unterbewusstsein es weiss.”

Anmerkung GC: Hervorragende Formulierung von Alex! Bemerkenswert ist, dass Janet nach dem Beginn mit EFT erste Veränderungen des Blickwinkels erfährt - sie hat plötzlich die Idee, dass Ihr Unterbewusstsein wissen könnte, was der Grund für ihr Gefühl ist. Ähnliches geschieht häufig in EFT Sitzungen.

Alex: “Dem stimme ich zu. Wie wäre es mit: “Auch wenn ich nicht bewusst weiss, was mir fehlt, akzeptiere ich  doch voll und ganz, dass mein Unterbewusstsein es weiss, und ich kann damit leben?” “Okay”, meinte Janet, “ich mag diese Formulierung.”

Anschliessend beklopften wir mit dieser Formulierung den Handkantenpunkt und klopften danach mit dem Statement “dieses nicht bewusst wissen” “Wow, das war interessant. Ich fühle mich besser, auch wenn ich die Antwort immer noch nicht weiss.”

“Natürlich nicht, NOCH nicht. Lassen Sie uns zum zweiten Teil übergehen”.

Anschliessend führten wir das 9-Gamut durch und fügten noch eine Runde mit dem Satz “dieses immer noch nicht wissen” an. “Ach, das sollte ich mit meinen Kunden machen, das ist so wunderbar entspannend” lächelte Janet.

“Ganz genau. Und wenn wir uns entspannen, dann ist es so viel einfacher, nach innen zu gehen und die Antwort auf die Frage zu finden: woher weiss ich, dass etwas an meiner Karriere fehlt?”

“Naja” meinte Janet nach einer nachdenklichen Pause, “eigentlich geht alles wunderbar und plötzlich kommt dieses Gefühl....” 

“Und wie nennen Sie dieses Gefühl?”

“Ich glaube, ich bin einfach nicht gut genug”

“Und wo empfinden Sie dieses Gefühl?”

“In meinem Brustkorb. Es kribbelt und ich habe das Gefühl, zu fallen”

“Auf einer Skala von 1-10, wenn 10 das intensivste ist, wie hoch ist dieses Gefühl jetzt?”

“So ca. eine 8”

Wir beklopften das Gefühl “nicht gut genug zu sein”.

“Wenn ich genau bin, ist es eigentlich eher so, dass ich nicht gut genug sein darf”

Wir machten noch eine kurze Runde mit “Ich darf nicht gut genug sein” und ich fragte sie “Wie fühlen Sie sich jetzt?”

“Ich glaube, es war nur Sodbrennen” lachte sie.

Anmerkung GC: Offensichtlich traf “Ich darf nicht gut genug sein” den Nagel auf den Kopf. Meiner Erfahrung nach brauchen solche Fälle sonst häufig mehr Hartnäckigkeit. Ich würde in solchen Fällen nach allen Ereignissen suchen, die zu dem Gefühl, nicht gut genug sein zu dürfen, beigetragen haben.

Alex: Eine Woche später kam Janet wieder, diesmal mit einem klaren Plan. “Ich möchte diese Methode lernen” sprudelte es aus ihr heraus, wobei sie gleichzeitig ganz klar und gradlinig war.

“Wie geht es ihrem, ähem, Sodbrennen?” fragte ich probeweise.

“Es ist weg!” war ihre schnelle Antwort. “Und genau deswegen will ich mehr darüber lernen. Ich knetete zwei Kunden diese Woche vor ihrer Massage durch und beide meinten, das sei die beste Massage gewesen, die sie jemals hatten.”

“Wieviel wiegen Sie?”

“55 Kilo”

“Eine 55-Kilo Massage Therapeutin sollte nicht hingehen und ihre Kunden durchkneten.”

“Sehen Sie sich vor, oder ich knete Sie durch, wenn Sie nicht bald anfangen” meinte Janet mit einem entschlossenen Blick.

Ich gehorchte.


Dr. Alexander Rees

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