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Ein Beispiel für “Glückliches Klopfen”
Eine Frau rief mich an, sie hatte schon eine Menge ihrer Probleme geklopft, leider mit wenig Erfolg. Sie erzählte mir, dass jedesmal, wenn sie beim Klopfen etwas aufgelöst hatte, der Gedanke kam: „Ich bin unfähig das aufzulösen!“
Sie hatte vor 10 Jahren einen Autounfall und konnte seither nicht mehr gehen. Ihr erster Gedanke nach dem Unfall war: „Ich komme hier niemals raus!“ Sie klopfte sehr viel daran, aber es blieb hartnäckig bestehen. Da war immer noch eine Angst, Menschen zu verlieren und allein gelassen zu werden – eine Freundin von ihr starb vor einigen Monaten und eine andere Freundin hat Krebs. Ihre Gefühle waren immer: „Ich halte es nicht aus, ich komme hier niemals raus!“
Ich bat sie, sich diese Schrift an der Wand vorzustellen: „Ich komme hier niemals raus!“ Sie nahm die Schrift in großen schwarzen Buchstaben wahr, die tief in der Wand eingegraben waren. Der Wert auf der Stress-Skala lag bei 10.
Dann begannen wir zu klopfen: „Ich bin frei! Ich hab´s geschafft! Ich bin draußen! Ich kann mich bewegen!” An jedem Punkt ein neuer positiver Satz.
Ihre Stimme war leise und kraftlos. Ich bat sie, die Sätze laut zu singen und machte es ihr vor: „Ich bin frei tralala, Ich habs geschafft tralala und sie fiel ein. Nach einer Runde fühlte sie sich viel besser, weniger niedergeschlagen und ihre Schrift an der Wand war nun verschmiert, die Buchstaben schienen davon zu schmelzen.
Ich fragte sie nach ihrem Gefühl. Während des Klopfens stellte sich das alte negative Gedankenmuster wieder ein und ihr Energiepegel sank wieder. Sie erzählte mir von ihren Eltern, dass sie sich immer für das Wohlergehen ihrer Mutter verantwortlich gefühlt hatte und dass sie sich immer schuldig gefühlt hatte, die Probleme ihrer Mutter nicht lösen zu können, besonders während der Scheidung von ihrem Vater.
Wir klopften dieses Gefühl:
Liebe Mama, ich bin dein Kind.
Ich habe die Verantwortung für dein Wohlergehen lange Zeit getragen.
Ich gebe es dir zurück mit Liebe und Achtung.
Es ist mir zuviel.
Ich bin nur dein Kind und ich bin zu klein, um verantwortlich für dich zu sein.
Du bist meine Mutter und ich hab dich lieb.
Alles, was zwischen dir und Papa auf der Partnerebene gelaufen ist, geht mich nichts an.
Ich lasse es bei euch.
Ihr seid meine Eltern und ich bin das Kind.
Auch wenn ihr nicht mehr zusammen seid, hab ich euch doch beide gleichermaßen lieb.
Ihre Tränen liefen und sie fühlte eine große Erleichterung. Wir klopften ähnliche Sätze für ihren Vater, der lieber einen Sohn gehabt hätte und sich geweigert hatte, ihre Mutter im Krankenhaus zu besuchen, als er hörte, dass es „nur ein Mädchen“ war. Aber er brach in Tränen aus, als er direkt nach dem Autounfall an ihrem Krankenbett saß. Diese Klopfrunde gab ihr eine tiefe Ruhe und sie konnte die Liebe und Unterstützung ihres Vaters wahrnehmen. Alle Gefühle von ihm zurück gewiesen zu werden waren verschwunden.
Danach überprüften wir wieder ihre Schrift an der Wand – sie war fast verschwunden, bis auf einen kleinen Rest eines grauen Schattens. Ich fragte sie, welche Gefühle sie noch hätte. Sie spürte einen Rest von Zweifel: „Ups, was ist, wenn es wieder kommt?“ Eine ganz normale reaktion, besonders in ihrer Situation.
Wieder klopften wir eine Runde im Opernstil: „Ich bin eine wunderbare Frau tralala, ich bin eine schöne Frau tralala, Ich bin jetzt frei tralala, Ich bin jetzt draußen tralala, Ich bin glücklich tralala, Ich bin jetzt positiv gestimmt tralala, ich krieg jetzt was ich will tralala etc…
Nach dieser letzten Runde war sie glücklich und aufgeregt, ihre Stimme hörte sich völlig anders an. Wir überprüften die Panik und die Schrift an der Wand – sie waren beide verschwunden! Ich bat sie, eine neue Schrift an die Wand zu schreiben und sie nahm: „Ich bin fähig auszusteigen und ich bin immer frei!“
Ich lehrte sie auf ihre Gedankenmuster zu achten und sofort zu klopfen, wenn die alten Muster wieder hoch kämen. Ich zeigte ihr auch die Entscheidungstechnik (Pat, sei gesegnet dafür!) und wie sie damit die Abwärtsspirale ihrer negativen Gedanken in eine Aufwärtsspirale von Energie und Freude verwandeln kann.
Ein paar Tage später rief sie an und erzählte, dass sie gute Ergebnisse damit hätte und sich deutlich besser fühlen würde.
Ich bin darüber sehr dankbar!
(c) Gabriele Rother 2007
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