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Stand 20.6.2008

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Behandlung von psychoenergetischen Umkehrungen im EFT-Grundrezept

Übersetzt von Dorothee Geray.
Herzlichen Dank für die freundliche Abdruckgenehmigung!

 

 

Dieser detaillierte Artikel von Lindsay Kenny beschäftigt sich mit vielen Gedanken und Anregungen rund um die Behandlung von Psychologischen Umkehrungen (PU) im Basisrezept von EFT. Sie betrachtet unser aktuelles Verständnis des Prozesses und schliesst hier einige interessante eigene Gedanken mit ein.


Von Lindsay Kenny, Erfolgsberaterin und Gründerin der Nationalen Allianz für Emotionale Gesundheit


Kürzlich las ich einen alten Artikel von Gary mit dem Titel “Wenn EFT nicht zu wirken scheint” noch ein mal und fühlte mich versucht, einige Gedanken dieses hervorragenden Artikels noch mal aufzugreifen. Wir haben uns so daran gewöhnt, dass uns EFT als hocheffektive Heilungsmethode zur Verfügung steht, dass wir völlig perplex sind, wenn es seinen Zauber nicht zu entfalten scheint. Wenn das passiert, sollten wir uns daran erinnern, dass nicht EFT das eigentliche Problem ist, sondern das es vielmehr eine Brücke zu einem positiven Ausgang jenseits eines gegebenen Hindernisses darstellt.

Mit einer Vorstellung, worin das Problem überhaupt besteht, dem Wissen, wie wir es lösen können und der Hartnäckigkeit, diesen Weg auch konsequent zu verfolgen, kann ein erfahrener EFT-Therapeut in der Regel solche Blockaden überwinden und das angestrebte Ziel erreichen. Ich hoffe, dass dieser Artikel Ihnen einige interessante Einsichten und Herangehensweisen zur Verfügung stellt, um Ihren Erfolg mit diesem bemerkenswerten Werkzeug zu erhöhen.

Wie Gary bin auch ich davon überzeugt, dass in den Fällen, in denen EFT nicht zu wirken scheint, die Verantwortung eher in den Fähigkeiten des Anwenders bzw. deren Fehlen zu suchen ist, als in irgendeinem Versagen der Methode an sich. Nicht spezifisch genug zu sein, das zugrundeliegende Kernthema nicht entdeckt zu haben, das ursprüngliche emotionale Kernproblem nicht erkannt zu haben sind nur einige der Probleme, die einen Anwender bei der Behandlung eines Falles scheitern lassen können (all diese Probleme sind in Garys Artikel detailliert dargestellt). Gary hat immer wieder betont, dass die richtige Anwendung von EFT nicht nur eine Wissenschaft, sondern auch eine Kunst ist, und dem stimme ich aus ganzem Herzen zu.

Ich glaube, dass die häufigste und am meisten unterschätzte Behinderung einer erfolgreichen Anwendung von EFT in den Psychologischen Umkehrungen bzw. der Polaritätsumkehr (PU) liegt. Ich glaube auch, dass an den Umkehrungen wesentlich mehr dranhängt, als wir ursprünglich dachten.


Gary hat immer wieder gesagt, dass wir uns im “Erdgeschoss des Heilungswolkenkratzers” befinden und nun bin ich noch mal zurückgegangen, um mir das Fundament noch einmal genauer anzusehen. Vor allem, weil der Anwender, bei dem es eine so wichtige Beeinträchtigung der Wirkungsweise von EFT gibt wie eine Umkehrung, solange er sich dessen nicht bewusst ist, im Erdgeschoss stecken bleiben wird und auf den Knopf eines Aufzuges drückt, der einfach nicht kommt.

Ich persönlich habe den Eindruck, dass in den Fällen, in denen EFT nicht wirkt, der wichtigste Schlüssel zu einer schnellen und effektiven Lösung in der Identifizierung und der richtigen Behandlung der verschiedenen Arten von Umkehrungen liegt.

Dies hat nach meiner Überzeugung dieselbe Priorität wie die Hartnäckigkeit oder die Genauigkeit. Nach meinen Erfahrungen ist für ca. 80% meiner Klienten und Workshopteilnehmer Umkehrung kein Thema. Für die 20%, die ein Problem damit haben, ist ihre Entdeckung und Ausschaltung ein enorm wichtiger Schritt für die erfolgreiche Lösung ihrer Probleme. Die schlechte Nachricht ist, dass unerkannte und unbehandelte Umkehrungen EFT schon am Start blockieren können. Die gute Nachricht ist, dass eine gute Chance besteht, Umkehrungen, wenn Sie erst einmal entdeckt wurden, verhältnismässig leicht und sehr effektiv zu beseitigen.


Ich unterteile Umkehrungen in zwei grundlegende Typen mit verschiedenen Unterkategorien.

Allgemeine Polaritätsumkehr

Der erste Typ der Umkehrungen ist die von mir als allgemeine Polaritätsumkehr (APU) bezeichnete. Wenn eine Person unter dieser APU leidet, genügt es in der Regel (aber nicht immer), während des Setup den wunden Punkt zu reiben oder die Handkante zu beklopfen, und EFT kann wieder wirken.

APU kann von folgenden Ursachen kommen:

* Negativität - ständige negative Gedanken.

* Abhängigkeiten - entweder abhängige Persönlichkeiten oder das Vorhandensein von Sucht-substanzen im Körper (einschliesslich Alkohol, Nikotin und manchmal verschriebener Medikamente).

* Austrocknung - da das Energiesystem des Körpers auf Wasserbasis funktioniert, führt eine Dehydrierung des Körpers entweder zu einer schleppenden Reizweiterleitung oder zu einer ernsthaften Unterdrückung

* Gifte oder Unverträglichkeiten - hier kann es sich einfach um etwas handeln, was Sie gegessen haben, Kleidung, Fussböden, Metalle im oder am Körper, wie z.B. Nadeln, Zahnfüllungen, Metallplatten oder auch Schmuck, Uhren oder Handys.


Die Durchführung der üblichen Standard Setup-Prozedur (entweder mit dem wunden Punkt oder der Handkante) wird normalerweise Negativität oder unbekannte APUs beheben. Bei Abhängigkeiten, Dehydrierung und Unverträglichkeiten reicht es nur selten aus, das normale Setup durchzuführen. Ein guter Hinweis darauf, dass jemand mit einer APU zu tun hat, besteht darin, dass der Intensitätslevel (1 -10) trotz Setup unverändert bleibt, dann kann es sehr leicht sein, dass sie unter einer APU leiden. In diesem Artikel lernen Sie, wie sie mit solchen Umkehrungen umgehen können.

APU heisst einfach, dass die Energie bzw. Elektrische Spannung im Körper “in Aufruhr” ist, bzw. in die falsche Richtung fliesst. Deswegen ist die Polarität umgekehrt. Denken Sie an die Experimente im Physikunterricht, wenn sie einen Magneten benutzten, um kleine Metallteilchen auf einem Blatt Papier anzuziehen. Das positive Ende des Magneten zog all die Teilchen an und richtete sie ordentlich nebeneinander aus. Wenn man das negative Ende des Magneten in die Nähe der Metallteilchen brachte, wurden sie abgestossen und verteilten sich in alle Richtungen. In gewisser Weise ist das dasselbe, was mit Ihrer Körperenergie geschieht, wenn eine negative Kraft, wie eine der oben dargestellten, in das System eingeführt wird.

Eine andere Betrachtungsweise des menschlichen Energiefeldes bzw. der Polarität besteht darin, es mit einem batteriebetriebenen Radio, einer Taschenlampe oder einem Spielzeug zu vergleichen. Die Batterien, die das Gerät mit Strom versorgen sollen, müssen unter Beachtung der richtigen Polarität eingesetzt werden. Ist das nicht der Fall, funktioniert das Gerät ganz einfach nicht. Ganz ähnlich ist es mit den “Batterien” unseres Körpers, auch sie müssen richtig herum ausgerichtet sein, wenn sie richtig funktionieren sollen. Ich bin weder eine Wissenschaftlerin noch eine Physikerin oder Energieexpertin, daher verzeihen Sie bitte meine einfachen Analogien. Aber dies ist ein einfacher Weg, um eine nachvollziehbare Verbindung bzw. eine Brücke zu den geheimnisvollen Vorgängen rund um unser Energiesystem herzustellen.

An den Tagen, an denen Sie sich einfach “daneben” fühlen, wenn sie über bestimmte Worte stolpern, Dinge fallen lassen, mit Wänden kollidieren oder aus der Kurve getragen werden, kann ihre Polarität aus dem Gleichgewicht (oder verdreht) sein. Eine Methode, um uns auf eine APU zu testen, besteht in Muskeltests*.

*Wenn sie mit den Methoden des Muskeltestens nicht so vertraut sind, lesen Sie bitte die Erklärungen am Ende des Artikels und versuchen Sie die dort aufgeführten Experimente.
 


Zweitnutzen-Umkehrung

Der zweite Typ der Umkehrung ist die Zweitnutzen-Umkehrung (ZNU). Diese Form der Umkehrung geschieht, wenn unser Unterbewusstsein zur Überzeugung gelangt, dass es sicherer oder besser ist, an einem Thema wie z.B. schlechter Stimmung, chronischen Beschwerden, Übergewicht oder schlechten Angewohnheiten festzuhalten, anstatt sich davon zu lösen.

Da dies in den seltensten Fällen eine bewusste Wahl ist, werden die meisten Menschen sich spontan dagegen wehren, wenn Sie ihnen sagen, dass sie in Wirklichkeit das Problem gar nicht loswerden wollen. Natürlich wollen Sie nicht bewusst in emotionalem oder körperlichem Schmerz verharren. Aber unser Unterbewusstsein ist eine sehr machtvolle Instanz, die normalerweise stärker ist als unsere bewussten Wünsche.

Ein Beispiel für solche Zweitnutzen, das für die meisten Menschen leicht nachzuvollziehen ist, ist der Zweitnutzen aus dem Thema Übergewicht. Auch wenn jemand bewusst verzweifelt versucht, 50 Pfund abzunehmen, kann sein Unterbewusstsein ganz leicht folgende Gedanken hegen:

Was passiert, wenn ich wirklich so viel Gewicht verliere und dann ...

· trotzdem nicht befördert werde,

· trotzdem nicht mehr Freunde habe wie jetzt,

· immer noch nicht schön bin,

· vielleicht so schön werde, dass man mich wieder vergewaltigen wird,

· all das, was ich liebe, nicht mehr essen darf,

· trotzdem nicht den Partner und die Beziehung finde, nach der ich mich so sehne,

· meine moppeligen Freunde mich nicht mehr um sich haben wollen

· meine Kleider mir nicht mehr passen und ich mir eine neue Garderobe nicht leisten kann,

· meine Haut an mir herunterhängt wie ein alter, schlaffer Sack,

· viel zu viel Aufmerksamkeit errege,

· mein Leben immer noch furchtbar ist?


Für Menschen, die Übergewicht, Traumen, chronische Schmerzen oder Phobien jahrelang mit sich herumgetragen haben, werden diese Dinge bzw. Eigenschaften zu Teilen ihrer Persönlichkeit und vielleicht auch ihrer Identität. Diese Probleme plötzlich nicht mehr zu haben, kann ihrem nicht rational denkenden Unterbewusstsein sehr bedrohlich erscheinen.

Zum Beispiel: Wenn ich dieses Problem nicht mehr habe...

· habe ich keine Ausrede mehr, wieso mein Leben nicht funktioniert

· weiss ich vielleicht gar nicht mehr, wer ich bin.

· weiss ich gar nicht, wie ich als normal funktionierender Mensch reagieren soll, wenn ich kein Opfer

 mehr bin

· werde ich nicht mehr so viel Sympathie und Aufmerksamkeit bekommen wie jetzt.


Was ist mit Muhammad Ali?

Ein sehr prominentes Beispiel dieses ZNU ist aus meiner Sicht Muhammad Ali, der viele Jahre lang an der Parkinsonschen Erkrankung gelitten hat. Einige Male wurde ihm angeboten, sich einer kleinen Operation zu unterziehen, die das Zittern, mit dem er ständig leben muss, zu unterbinden würde. Und doch lehnte er es beständig ab, diese Operation vornehmen zu lassen: nicht weil er Angst davor hat, aber weil Parkinson ihm auf vielen Ebenen ganz nützlich ist. Als Boxchampion wurde Ali als einer der grössten Boxer aller Zeiten verehrt. Er wurde von Millionen Menschen in aller Welt zu einem Idol gemacht. Trotzdem hielten ihn viele andere für einen unhöflichen, narzistischen, grossspurigen und arroganten Athleten. Er war eine Persönlichkeit, an der sich die Geister teilten, über den man sich häufig wegen seines grellen Verhaltens und seiner widersprüchlichen Persönlichkeit lustig machte.

Als armes Parkinson-Opfer wird Ali jedoch als mitleidender, grosszügiger Mensch verehrt. Er ist heute ein von fast allen geliebter und respektierter Mensch und zählt zu den gefragtesten Rednern unserer Zeit. Er ist heute vielleicht sogar populärer und mit Sicherheit viel anerkannter, als er das zu den Zeiten gewesen war, in denen er ein Boxer mit einem gesunden Körper war. Für sein Unbewusstes, und vielleicht auch für seine bewusste Wahrnehmung, ist er mit Parkinson besser dran als ohne.

 

 

EMMA

Ein anderes Beispiel für ZNU war “Emma”, eine 70-jährige Ärztin im Ruhestand, die durch einen Autounfall mehrere Jahre lang an einen Rollstuhl gefesselt war. Während einer Workshoppause traf ich Emma, die in dem leeren Raum an der Kaffeemaschine stand. Sie stand auf ihren eigenen zwei Beinen und bewegte sich ganz leichtfüssig. “Oh, mein Gott” sagte ich, “Ich wusste gar nicht, dass Sie gehen können!”.

“Die wenigsten wissen das” antwortete sie überrascht, “Ich benutze den Rollstuhl nur in der Öffentlichkeit. Wie ulkig, dachte ich. “Erzählen Sie mir wieso, Emma, wenn Sie doch gehen können, wieso tun Sie es dann nicht immer?”

“Nun, ich habe noch gar nicht so sehr darüber nachgedacht” antwortete sie, “aber ich glaube, es ist einfach so, dass ich mit dem Rollstuhl mehr Aufmerksamkeit bekomme. Ich kann zu spät zu Verabredungen kommen oder früher gehen und niemand denkt sich etwas dabei. Menschen öffnen mir die Tür und alle sind wirklich sehr nett zu mir. Ich habe ausserdem noch eine ganze Menge anderer Vorteile, wie z.B. bevorzugte Plätze im Theater, im Restaurant oder bei anderen Veranstaltungen” (die meisten Menschen “kapieren” das nicht ganz so einfach).

“Wenn jetzt EFT Ihnen helfen würde, Ihre Schmerzen loszuwerden und den Rollstuhl zu verlassen, würden Sie das wollen?”

“Nein, ich glaube eigentlich nicht” antwortete sie ein bisschen traurig. “Ich war bei zahllosen Ärzten und nichts hat mir geholfen. Vielleicht ist das auch der Grund, wieso ich immer, wenn es ein bisschen besser wurde, nicht mehr zur Krankengymnastik gegangen bin und auch andere Behandlungen nicht fortgesetzt habe. Ich glaube, ich geniesse es auch irgendwie, invalide zu sein. Denken Sie, dass das ein bisschen verrückt ist?”

Ich wollte ihr wirklich nicht sagen, was ich dachte. Sie war sehr intelligent und hatte ihr Dilemma auch sehr gut erkannt, als ich sie damit konfrontierte, und so sagte ich ihr folgendes: dass sie vielleicht, nachdem sie als Ärztin fast ihr ganzes Leben lang respektiert und bewundert wurde (und das während einer Zeit, in der das noch sehr ungewöhnlich war), nach ihrem Rückzug ins Privatleben und dem Umzug in einen anderen Bundesstaat eine gewisse Leere in sich gespürt hatte. Der Unfall, der dazu führte, dass sie im Rollstuhl sitzen musste, gab ihr wieder ein wenig der Aufmerksamkeit und Bedeutung zurück, die sie als Ärztin gehabt hatte. Technisch gesehen, hatte sie einen hohen inneren Widerstand dagegen, gesund zu werden, aber nun war ihr Zweitnutzen zu ihrer bewussten Entscheidung geworden, Vielleicht wird sie sich eines Tages entscheiden, dass es besser ist, einen gesunden Körper zu haben und schmerzfrei zu sein.
 

 

UR: Unbewusste Regeln
 

Bitte bedenken Sie immer, dass UR nur sehr selten etwas sind, was wir bewusst wahrnehmen. Die wenigsten Menschen, die unter Schmerzen, Traumen, Phobien oder zahllosen anderen Problemen leiden, würden sich wirklich bewusst dafür entscheiden, ihre Schmerzen zu behalten, unglücklich oder traumatisiert zu sein. Aber ihr Unbewusstes kann ihnen einen mächtigen Stein in den Weg legen, der sich dann als erhebliches Hindernis auf dem Weg zur Heilung erweist. Wenn die UR jedoch erst einmal erkannt wurden, sind sie verhältnismässig leicht zu überwinden.

Hier möchte ich Ihnen die Geschichte von Ted, einem 53-jährigen Klienten, den ich vor einigen Jahren behandelte, erzählen. Ted war ein wandelndes Beispiel für verschiedenste Probleme und zahlreicher Umkehrungen und so auch der Katalysator für meine intensivere Beschäftigung mit Umkehrungen. Vielleicht ist es ganz nützlich, wenn ich die verschiedenen Arten von Umkehrungen an Teds Fall demonstriere, auf diese Weise können Sie lernen, während wir die Geschichte durchgehen.

Ted suchte mich wegen seiner Depression auf, berichtete mir aber gleichzeitig, dass er auch unter Kopfschmerzen, Zorn, chronischen Schmerzen, unklaren Gedankengängen, Negativem Denken und dem, was er als “chronisches Pech” bezeichnete, litt. Ausserdem wurde er als Kind sowohl körperlich als auch seelisch missbraucht. Seine Probleme hatten aber erst vor zwanzig Jahren begonnen.

Meine erste Frage war: “Was geschah vor 20 Jahren, als die Beschwerden begannen?” Er erzählte mir von einem schweren Verkehrsunfall, in den er verwickelt war, und bei dem er sich die Hüfte und das Schlüsselbein gebrochen und schwere Verbrennungen und zahlreiche weitere Verletzungen davongetragen hatte. Er verbrachte 3 Monate im Krankenhaus, bevor er weitere 8 Monate Rehabilitation, chronische Schmerzen, Depressionen und intensive Krankengymnastik über sich ergehen lassen musste. Natürlich war das für Ted eine traumatische Erfahrung und eine schmerzhafte Erinnerung.

Alles wurde noch schlimmer, als er auf dem Heimweg von seiner letzten Krankengymnastik von einem betrunkenen LKW-Fahrer voll erfasst wurde. Weil wir gerade von “Pech” sprechen! Bei diesem Unfall wurde er nicht nur wieder schwer verletzt, aber seine Hüfte, an der er ein ganzes Jahr gearbeitet hatte, war wieder gebrochen - und genau so ging es ihm in psychischer Hinsicht.
 


Wo fangen wir an?

Wir begannen mit den Traumen aus den beiden Autounfällen. Als er sich an den ersten Unfall erinnerte, lag seine Intensität bei 10. Ich betrachte mich gerne als gute Therapeutin, und so fühlte ich mich ein wenig hilflos, weil seine Intensität sich nicht im Mindesten veränderte. Er hatte zu allen möglichen Themen mehrere Aspekte. Wir waren so genau, wie wir konnten und versuchten verschiedene Ansatzpunkte, wie zum Beispiel seinen Grad des Schuldgefühls, des Zorns, des Widerstandes, des Gefühls ein Opfer zu sein, selbst Schuld zu haben, dass es die Schuld der anderen war etc. zu testen. Nichts funktionierte. Wir gingen also zurück zu seiner Kindheit und versuchten an seinem Widerstand und seinem Zorn über den Missbrauch zu arbeiten. Aber trotz allem gab es keine Reduzierung seines Intensitätslevels in irgendeinem Zusammenhang.
 


Austrocknung

Dann stellte ich eine Frage, die ich bereits beim ersten Stolperstein hätte stellen sollen. “Wie viel Wasser haben sie heute getrunken?” “Gar keines”, antwortete er, “abgesehen von ein paar Tassen Kaffee.” Na bitte! Jeder sollte mindestens 2 Liter pro Tag trinken, und es war schon zwei Uhr nachmittags. Offensichtlich war er dehydriert (eine sehr wichtige Ursache für Umkehrungen) und ich liess ihn ein ganzes Glas Wasser trinken. Ich war zuversichtlich, dass es jetzt klappen sollte. Aber Nein! Nada! Er blieb mit all seinen Themen unverändert.
 


Allergien

Danach machte ich einen Muskeltest auf APU mit ihm und wie ich schon vermutet hatte, war er immer noch davon betroffen. Das Trinken hatte die Umkehrung nicht aufheben können, deshalb fragte ich ihn, ob er irgendwelche Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten habe. Nein, er glaubte nicht. Ich führte mit ihm einige Muskeltests auf die üblichsten allergieauslösenden Nahrungsmittel wie Weizen, Soja, Reis, Milchprodukte und Eier durch (indem ich ihn einfach bat, die Begriffe laut auszusprechen und gleichzeitig seinen Arm niederdrückte). Das schien nicht das Problem zu sein, wobei es natürlich Tausende von Sachen gibt, auf die er darüber hinaus empfindlich reagieren könnte.

Als nächstes fragte ich ihn, ob er ein Mobiltelefon bei sich hatte (auch eines der Dinge, die häufig den Erfolg von EFT von vorne herein verhindern). Dem war so und er hatte es in seiner Jackentasche. Ich bat ihn, es auszuschalten und am anderen Ende des Raumes abzulegen. Jetzt war ich fest davon überzeugt, dass wir weiterkommen würden, aber ich wurde wieder enttäuscht. Wir machten eine Runde zu einem spezifischen Thema und seine Intensität blieb bei einer 10.
 


Metalle

“Mann!” dachte ich “dieser Kerl ist eine harte Nuss!” Dann fiel mir Sandy Radomskis Demonstration über Schwermetalle und den negativen Einfluss, den sie auf unsere Gesundheit haben können, ein (auf Garys Specialty Series DVD). “Ted, alter Freund” sagte ich, “haben Sie vielleicht irgendwelche Metallplatten oder Nägel in ihrem Körper?” “Oh, natürlich,” sagte er “ich habe eine grosse Metallplatte, da wo mein Hüftknochen gebrochen ist.” Die Idee hätte mir auch schon früher kommen können, aber zu diesem Zeitpunkt fing ich erst an, die verschiedenen Zusammenhänge der psychologischen Umkehrungen zu begreifen. Ich machte einen Muskeltest, um ihm auf eine Unverträglichkeit gegenüber seiner Hüftprothese zu untersuchen, indem ich ihn die linke Hand auf seine Hüfte legen liess und gleichzeitig seinen rechten Arm niederdrückte, der sehr schwach war.

Juhuu! Endlich hatten wir den Schuldigen gefunden - dachte ich! Als nächstes behandelten wir seine Unverträglichkeit gegen die Hüftprothese (er wusste zwar nicht, um welche Art von Metall es sich handelte, aber das war auch nicht so wichtig). Ich liess ihn eine Hand auf die Hüfte legen und mit der anderen Hand seinen wunden Punkt reiben, während er gemäss Dr. Patricia Carringtons Entscheidungssetup sagte:

“Auch wenn ich empfindlich auf dieses Metall in meiner Hüfte reagiere, entscheide ich mich, meinen Körper dazu zu bringen, es als sicher und gesund für mich zu akzeptieren.”

Der Erinnerungssatz lautete:

“Diese Empfindlichkeit gegenüber dem Metall” in der ersten Runde,

“Ich entscheide mich, meinen Körper dieses Metall akzeptieren zu lassen” in der zweiten Runde, abwechselnd mit “verbleibende Empfindlichkeit”.

In der dritten Runde lautete der Erinnerungssatz:

“Es ist in Ordnung für meinen Körper, dieses Metall zu akzeptieren”.


Immer noch keine Bewegung!

Laut Muskeltest schien seine Empfindlichkeit überwunden zu sein. Ich freute mich, jetzt werden wir endlich doch Erfolg haben! Aber Pustekuchen! Nach ein paar Klopfrunden bewegte sich rein gar nichts. Natürlich hatte er längere Zeit negative Gedanken gehabt, was sicherlich seine allgemeine Situation verschlechterte, daher liess ich ihn für ca,. eine Minute lang den Handkantenpunkt als allgemeine Umkehrungsprophylaxe beklopfen. Bei einem anschliessenden Muskeltest testete seine Polarität normal und doch kamen wir mit seinen Themen keinen Schritt weiter. Normalerweise bin ich nicht so geduldig und fing langsam an, ziemlich frustriert zu werden. Konnte ich ihm vielleicht einfach mal eine kleben? Oder wäre das vielleicht doch nicht ganz der richtige Weg?

Ich hatte in dieser Situation zwei Möglichkeiten: Ich konnte ihn mitsamt seinem verflixten Handy und seiner Hüftprothese aus dem Fenster werfen oder brav weitermachen. Zum Glück für uns beide erinnerte ich mich an Garys Mantra des “Sei hartnäckig”, und so wählten wir die zweite Alternative. “Du lieber Himmel”, dachte ich, “Austrocknung, sein Handy, seine Metallunverträglichkeit, seine allgemeine Umkehrung durch seine Negativität! Was kann denn noch in Unordnung sein mit diesem Kerl? Oder hab ich immer noch etwas übersehen?”


ZNU

Erst dann fiel mir meine Lieblingsumkehrung ein, die Zweitnutzen-Umkehrung. Da er mit diesen Problemen schon so lange lebte, hätte das eigentlich von Anfang an alle roten Warnlampen bei mir zünden müssen. Aber ich hatte Hitzewallungen an diesem Tag, das ist meine Entschuldigung dafür, dass ich daran nicht eher gedacht habe. Dies ist meine Geschichte und ich stehe dazu. Egal, ich testete Ted noch einmal und liess ihn sagen: “Auch wenn ich über meine Depression, meine Traumen von den diversen Unfällen und meine anderen Themen nicht hinweg kommen will”. Wenig verwunderlich, dass er für jedes einzelne dieser Themen schwach zu der Frage, ob er sie überwinden wollte, testete.

Ich erklärte Ted, was es mit dem Thema ZNU auf sich hatte und er verstand auch das dahinterstehende Prinzip, aber er konnte nicht glauben, dass es wirklich für ihn zutreffen könnte. Nur so “zum Spass” stellte ich ihm die folgenden Fragen:

“Was wäre der Nachteil, wenn Du diese Probleme nicht mehr hättest?”

“Was wäre der Vorteil, wenn sie weiter bestehen würden?”

“Ist es wirklich sicher oder von echtem Vorteil für Dich, wenn Du sie loswerden würdest?”

“Würde es auch andere betreffen, wärest Du “verloren” ohne sie, hast Du vielleicht ein ungutes Gefühl dabei, über diese Probleme hinwegzukommen? Etc.”

Teds Antworten waren sehr interessant. Er gab zu, dass er jetzt mit seinen Problemen schon so lange gelebt habe, dass er sich nicht sicher sei, was seine wirkliche Identität ohne diesen Opferstatus war. Würde seine Frau vielleicht höhere Anforderungen an ihn stellen? Würde er seine Entschuldigung dafür verlieren, nicht mehr zu arbeiten? Und konnte er wirklich als Mensch mit einem gesunden Körper und einem gesunden Geist richtig funktionieren? Er erklärte jede seiner Antworten eine Weile und es schien ihm die Augen dafür zu öffnen, was wirklich ihn ihm vorging. Auch wenn diese Fragen und seine Antworten darauf Teds Umkehrungen vielleicht nicht beheben würden, so war es doch eine erleuchtende Erfahrung für uns.
 


Auflösung der ZNU

Um seine ZNUs aufzulösen, liess ich Ted den Handkantenpunkt mit verschiedenen Eröffnungssätzen beklopfen:

Auch wenn....

> ich nicht wirklich über diese Depression (dieses Trauma, diese chronischen Beschwerden) hinwegkommen will, liebe und akzeptiere ich mich voll und ganz.

> ich mich nicht wirklich von meinen Problemen verabschieden will...

> es für mich vielleicht nicht sicher ist, diese Probleme zu überwinden...

> ich gar nicht recht wüsste, wie ich damit umgehen würde, wenn die Probleme überwunden wären...

> ich keine Entschuldigung mehr dafür hätte, dass mein Leben verpfuscht ist...

> ich nicht wirklich ein verantwortungsvoller, funktionierender Erwachsener sein will...

> ich den Menschen, die mein Leben ruiniert haben, nicht wirklich verzeihen will...

> ich nicht “normal” sein will

> ich Angst davor habe, dass das nicht funktionieren wird und ich nie mehr gesund werde...

 

Anschliessend machten wir einen neuen Muskeltest und Ted reagierte stark auf die positive Affirmation “Ich will meine Probleme wirklich überwinden” (wir testeten auch jedes einzelne Thema separat).

Bitte verstehen Sie, dass die Ausräumung einer Umkehrung das Problem selbst nicht beseitigt. Es bereitet lediglich den Weg dafür, dass EFT wirken kann. Nun, nach 90 Minuten Behandlungszeit, gingen wir wieder daran, seine Themen zu behandeln und sofort bekamen wir positive Ergebnisse. Er ging von einer 7 bis 8 in nur zwei oder drei Runden auf eine Null (interessant ist auch festzuhalten, dass keines seiner Probleme bei einer 10 lag, als wir mit der Behandlung begannen). Wir arbeiteten uns durch die mit den Unfällen verbundenen Traumen, jeweils mit verschiedenen Aspekten, wie z.B. Zorn, Widerstand, Schuld und Traurigkeit, die schnell in sich zusammenfielen.

Auch wenn Ted ein bemerkenswert geduldiger und vertrauensvoller Klient war, beschlossen wir, die Sitzung nach knapp zwei Stunden zu beenden und einen neuen Termin zu vereinbaren. Ich gab ihm einige Hausaufgaben, so z.B. 6 Gläser Wasser pro Tag zu trinken und den Handkantenpunkt alle 15 Minuten, solange er wach war, zu beklopfen, bis wir uns wiedersehen würden.

Für Negativ-Denker, Menschen, die so massiv umgekehrt sind wie Ted, hilft das Beklopfen des Handkantenpunktes häufig, diese “chronische” Umkehrung zu beheben. Es ist sinnvoll, zu bemerken, dass es auch, wenn jemand nicht umgekehrt ist, keinerlei Schaden anrichtet, wenn man eine Umkehrungsbehandlung durchführt. Es wird nicht dazu führen, dass jemand anschliessend umgekehrt wird. Ich liess Ted ausserdem an dem Persönlichen Friedensprozess (PFP) arbeiten, um all seine vergangenen negativen Vorfälle und Themen ans Tageslicht zu bringen. Die PFP ist meiner Meinung nach das stärkste Komplementärheilmittel zu EFT, um alten Seelenmüll zu entsorgen, neuen seelischen Frieden zu finden und wieder Glück und Freude ins Leben zurückzubringen.


Bemerkenswerte Erfolge!

Das nächste Mal, als ich Ted sah, ging es ihm erheblich besser. Er befand sich nicht länger in einem umgekehrten Zustand und hatte einige seiner Themen alleine behandelt. Manche der schwierigeren gingen wir gemeinsam durch, wie z.B. seinen Missbrauch in der Kindheit und ich gab ihm mit auf den Weg, weiterhin alleine an der PFP weiterzuarbeiten. Eine Woche später, als er gerade seinen PFP abgeschlossen hatte (wofür die meisten Menschen einen Monat oder länger brauchen), hatten wir einen Anschlusstermin. Ich fand ihn energisch, glücklich, optimistisch und definitiv nicht umgekehrt. Er sagte, er habe in seinem ganzen Leben noch nie solch einen inneren Frieden und solche Freude empfunden. Ich liebe diesen Job!


Ich hab´s mit EFT versucht, aber es hat nicht gewirkt!

Wie ich schon eingangs bemerkte, sind Umkehrungen nur einer der Gründe, die eine erfolgreiche Anwendung von EFT behindern, aber sie sind oft derjenige, der Menschen dazu bringt, zu sagen: “Ich habe EFT ausprobiert, aber bei mir hat es nicht gewirkt”. Ich hasse es, wenn so etwas passiert.

Wir wissen, dass EFT wirkt und mein Wunsch ist, dass sowohl Therapeuten wie auch diejenigen, die EFT als Selbsthilfemethode anwenden, alles, was möglich ist, tun, um die Hindernisse, die die Wirkungsweise von EFT beeinträchtigen, aus dem Weg zu räumen. Viel Glück bei der Suche und Lösung nach diesen trügerischen Umkehrungsirrlichtern.

Alle meine besten Wünsche für Euch,

Lindsay Kenny,


          ________________________________________________
 

Muskeltests

Wenn Sie noch nie mit Muskeltests gearbeitet haben, dann lassen Sie sich bitte nicht entmutigen, wenn dieses Experiment zuerst einmal nicht richtig funktionieren will. Aber vielleicht wollen Sie es ja doch einmal, einfach nur so zum Spass, mit einem Freund ausprobieren (wir nennen jetzt diesen Freund einfach “Bob”, dann haben wir keine Probleme mit geschlechtsspezifischen Adjektiven). Muskeltests sind nicht nur ein hervorragender Weg, um Polaritätsumkehrungen festzustellen, sondern auch um zu demonstrieren, wie sensibel unser Meridiansystem auf negative Gedanken und Emotionen reagiert.

Stellen Sie sich gegenüber auf (oder sie können sich auch hintereinander stellen) und lassen Sie Bob seinen dominanten Arm auf Schulterhöhe waagrecht zur Seite ausstrecken. Als nächstes fordern Sie ihn auf, den Arm ausgestreckt zu halten, während Sie versuchen, den Arm niederzudrücken. Um seine Stärke zu testen, legen Sie ihre nicht-dominante Hand auf sein Handgelenk und versuchen es hinunterzudrücken. Ziel ist nicht, festzustellen, wie stark er ist, sondern wie viel Kraft Sie in etwa brauchen, um seinen Arm zu einer Bewegung zu bringen. Dies ist kein Kräftemessen, sondern mehr eine Widerstandsmessung, also vergewissern Sie sich, dass Bob nicht mit seinem Arm dagegen drückt, wenn Sie versuchen, den Arm zu bewegen. Jeder hat unterschiedlich viel Kraft und Sie müssen mit jeder Person etwas üben, um eine ungefähre Vorstellung von seiner oder ihrer Kraft zu bekommen, bevor sie mit dem aktuellen Experiment beginnen können.

Als nächstes lassen Sie Bob seine nicht-dominante Hand mit der Handfläche nach unten auf seinen Kopf legen und weisen Sie ihn an, seine Stellung zu halten, während Sie seinen ausgestreckten Arm nach unten drücken. Er sollte eigentlich ziemlich stark sein, sich höchstens einen kleinen Bruchteil nach unten drücken lassen. Dann lassen Sie ihn die Hand auf dem Kopf umdrehen, die Handfläche zeigt jetzt nach oben. Dieses Mal sollte sich der ausgestreckte Arm ziemlich leicht niederdrücken lassen oder wenigstens doch merklich nachgeben. Die einfachste Erklärung hierfür ist, dass Bob “die Polarität seiner Batterien umkehrt hat”. Wenn seine Handflächen auf seinem Kopf liegen (wo es einen Kontaktpunkt gibt) dann “sind seine Batterien korrekt eingelegt”. Mit der Handfläche nach oben ist die Verbindung unterbrochen und seine Stärke gibt nach. Also: Handfläche auf dem Kopf = starker Arm, Handfläche nach oben = schwacher Arm. Sollte Bobs Arm nicht nachgeben, wenn die Handfläche nach oben zeigt, dann hat Bob eine Generelle Polaritätsumkehr (GPU).


GPU testen

ES gibt einen schnellen Weg, eine GPU ganz allgemein zu beheben. Lassen Sie Bob den Handkantenpunkt ca. 10 Sekunden beklopfen (d.h. die beiden Handkanten gegeneinander schlagen). Testen Sie anschliessend wieder und der Arm sollte schwach sein, wenn die Handfläche nach oben zeigt. Wenn er mit der Handfläche nach oben immer noch stark testet, dann ist er immer noch umgekehrt und es kann sein, dass er an Dehydrierung oder einer der anderen beschriebenen Umkehrungen leidet.


Andere Tests, nur so zum Spass

Wenn Sie nun schon einmal in dieser Position sind, könnten Sie auch Lust dazu haben, ein anderes kleines Polaritätsexperiment durchzuführen. Lassen wir dieses Mal unseren Partner “Ann” nennen. Lassen Sie Ann den dominanten Arm waagerecht ausstrecken und machen Sie einen generellen Polarisationstest wie zuvor mit Bob, Hand auf dem Kopf, Handfläche nach oben, dann nach unten etc. Wenn ihr Name Ann ist, sollte sie bei ihrem Namen einen starken Arm haben. Als nächstes lassen Sie sie sagen: “Mein Name ist Roger” (oder Clyde, Henriette, Harald, alles, nur nicht ihr wirklicher Name). Fordern Sie sie auf, die Spannung zu halten, während Sie den falschen Namen sagen und ihr Arm sollte sich ziemlich leicht niederdrücken lassen.

Dieser kleine Test, zusammen mit dem Handfläche-aufwärts/-abwärts-Test ist üblicherweise überraschend und macht auch Spass, wenn man vorher noch keine Erfahrungen mit Muskeltests gemacht hat. Dies, zusammen mit einigen anderen Beispielen, die ich nachstehend noch aufführen werde, ist die Brücke zu EFT, von der Gary häufig spricht. Natürlich ist es nicht sinnvoll, mit jedem, den Sie treffen oder dem Sie von EFT erzählen, die Übungen zu machen. Aber in einer eins-zu-eins Sitzung oder in einem Workshop ist Muskeltest sowohl ganz unterhaltsam als auch praktisch, um den “zzzt”-Effekt, von dem Gary im Bezug zu negativen Emotionen spricht, zu demonstrieren.


Verschiedene Tests

Lassen Sie Ann abwechselnd positive und negative Worte sagen und den Arm ausgestreckt halten, während Sie den Arm herunterdrücken. Lassen Sie sie z.B. sagen: “Schmetterling” (der Arm sollte stark reagieren, wenn Sie testen), “11. September” (Arm schwach), “Sonnenschein” (Arm stark), “Tsunami-Katastrophe” (Arm schwach), “Schöne Blumen” (Arm stark), “Krebs” (Arm schwach) etc. Denken Sie ihre eigenen starken oder schwachen Sätze und Worte. Das zeigt einfach nur, wie sensibel unser Körper auf negative Gedanken, Worte oder Unwahrheiten reagiert. Wenn nur das Aussprechen eines negativen Wortes jemanden vorübergehend schwächt, ist es nicht sehr schwer, sich vorzustellen, was eine traumatische Erfahrung, Zorn, Stress und Frustration unseren Körpern und unserer allgemeinen Gesundheit antun können.

Anmerkung des Autors: Bitte schreiben Sie mir (oder Gary) nicht, wenn Sie Probleme mit diesen Muskeltest-Beispielen oder Übungen haben. Ich bin EFT-Therapeutin, keine Expertin in Kinesiologie. Muskeltests erfordern, auch sie wenn nur in dieser einfachen Form ausgeführt werden, Übung, bis man sie beherrscht. Und zum Thema Muskeltests ist so viel mehr zu sagen, als ich hier kurz angerissen habe. Im Internet können Sie tonnenweise Information über Muskeltests finden und mit einiger Übung und Entschlossenheit können Sie sich Sicherheit darin erwerben.

Auch wenn Muskeltests ein sehr praktisches Hilfsmittel für die Anwendung EFT sind, muss ich strikt davon abraten, Muskeltests an Ihren Klienten anzuwenden, bevor sich sicher sind und sich damit wohlfühlen. Unkorrekt angewendete Muskeltests können falsche Informationen geben, was manchmal schlimmer ist, als wenn sie gar keine Informationen haben.

Darüber hinaus sind Muskeltests nicht erforderlich, um enorme Erfolge mit EFT zu erzielen. Es gibt Tausende von Therapeuten, die selten oder nie Muskeltests anwenden. Andere benutzen sie, wie ich, als eine Metapher, um zu demonstrieren, wie negative Gefühle uns körperlich beeinträchtigen, um meine Intuition zu unterstützen oder um die verschiedenen Aspekte von EFT zu untersuchen. Wie mit allem in diesem Artikel bitte ich Euch, auch damit verantwortungsbewusst umzugehen.

Lindsay Kenny

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