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Stand 20.6.2008

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Schlafzimmerblockaden auflösen mit EFT

 

von Paul Cutright

Übersetzt von Dorothee Geray.
Herzlichen Dank für die freundliche Abdruckgenehmigung!

 

 


Hallo, Ihr alle,

 
wenn engagierte Paare Schlafzimmerprobleme haben, ist das häufig ein Symptom für tieferliegende Gründe. So laufen manchmal Programme, die wir von unseren Eltern übernommen haben, ab und manchmal lösen die Partner, ohne es zu wissen, bestimmte konditionierte Programme im anderen aus. Es wäre nett, wenn wir regelmässig ein oder zwei Runden für jeden Partner machen und uns dann entspannt zurücklehnen könnten, während sie ihre Verhaltensmuster umkehren und dann einen leidenschaftlichen Abend zusammen verbringen würden.

Auch wenn so etwas MANCHMAL passiert, erfordern doch die meisten Fälle gründliche Detektivarbeit, um eine lange Liste von “Leidenschaftskillern” zu enthüllen. Paul Cutright und seine Frau, Layne, haben sich auf dieses wichtige Thema spezialisiert und präsentieren uns hier ein künstlerisches Beispiel für die Nutzung von EFT, um einige Schlafzimmerblockaden aufzuheben.


Am Ende des Artikels befindet sich ein wichtiger Nachfassvermerk.

Ich umarme Euch, Gary



Liebe Freunde und Kollegen,

meine Frau, Layne, und ich haben sowohl eine kreativ/professionelle als auch eine romantische Beziehung miteinander. Ein Grossteil unserer Beratungspraxis befasst sich mit den verschiedensten Beziehungen und Partnerschaften. Mit manchen unserer Klienten arbeiten wir von Angesicht zu Angesicht, mit manchen per Telefon. Dieser Fall betrifft ein Paar in einem anderen Bundesstaat, die wir übers Telefon beraten und mit denen wir EFT anwenden. Wir hoffen, dass Ihnen dieser Bericht zeigt, wie effektiv EFT für Beziehungsprobleme eingesetzt werden kann, auch wenn der Patient Ihnen nicht in Person gegenübersitzt.

Dieses spezielle Paar ist seit 10 Jahren verheiratet und sie haben 3 Kinder. Wir nennen sie hier einmal John und Mary. Ihr Problem kann eines der schmerzvollsten und hartnäckigsten sein, das ein verheiratetes Paar durchmachen kann - Sex!

Die Situation, kurz zusammengefasst, ist folgende: John hätte gerne mehr Sex als Mary und fühlt sich durch ihre Ablehnung seiner Annäherungen verletzt und gekränkt. Mary ihrerseits fühlt sich John spirituell überlegen, wenn er wieder einmal hinter ihr her ist und will dann weder von ihm noch von Sex irgend etwas wissen. Sie findet, sein Verlangen nach ihr sei zu animalisch und zu wenig spirituell. Er spürt ihr Gefühl der Überlegenheit und ihre Herablassung und hat seinerseits das Gefühl, dass seine seelischen und körperlichen Bedürfnisse für sie nicht interessant sind. Als Folge haben sie nur wenig Sex, und wenn es doch einmal vorkommt, ist es alles andere als eine beglückende Erfahrung für beide.

Wenn wir mit ihnen am Telefon arbeiten, wissen wir, dass sie beide im gleichen Raum sind und dass sie sich sehen und miteinander kommunizieren können. Grundsätzlich kann man sagen, dass bei Partnerschaftsproblemen immer verschiedene Aspekte behandelt werden müssen, die zum Teil ziemlich überraschend sein können. Einer der grossen Vorzüge von EFT besteht darin, dass man genau damit beginnen kann, was man vorfindet und die Arbeit wird einen, Schritt für Schritt, immer tiefer zu den Wurzeln des Problems führen.

Bevor wir uns mit den jeweiligen Problemen der beiden beschäftigen, holen wir erst einmal die Erlaubnis des jeweiligen Partners ein, dass wir im Beisein des anderen auf sein Problem eingehen dürfen.

Wir liessen John und Mary sich gegenüber hinsetzen und fingen an, mit Mary ihr Gefühl, dass John nicht spirituell genug für sie war (was für sie eine Intensität von 8 bis 10 hatte) zu bearbeiten;

Sie beklopft den Handkantenpunkt, während sie John ansieht:

Auch wenn ich nicht glaube, dass John spirituell genug ist, als dass ich Sex mit ihm haben wollte, liebe und akzeptiere ich mich doch ganz und gar.

Auch wenn ich immer weniger Lust auf Sex habe, je mehr John von mir haben will, liebe und akzeptiere ich mich doch ganz und gar.

Auch wenn ich dieses Problem jetzt schon so lange habe, dass ich nicht glaube, dass ich es einfach aufgeben kann, ...


alle übrigen Punkte:

Je mehr er von mir will, desto weniger Lust habe ich.

Daraufhin ging die Intensität von 8 auf 4 zurück. Anschliessend liessen wir sie die Gesichts- und Körperpunkte beklopfen, gefolgt von der 9-Gamut-Prozedur, was sie auf eine 1 brachte.


An diesem Punkt wendeten wir uns John zu, um zu sehen, wie es ihm dabei ging. Seine Gefühle waren, während er Mary zuhörte, auf eine 10+ angestiegen. Er hatte das Gefühl, dass seine sexuellen und emotionalen Bedürfnisse durch Mary niemals befriedigt werden würden. Also liessen wir John den Handkantenpunkt beklopfen:

Auch wenn ich über mein Sexleben mit Mary total hoffnungslos und frustriert bin, liebe und akzeptiere ich mich doch ganz und gar.

Auch wenn Mary mich nicht so sehr begehrt, wie ich sie, und mir dies sehr weh tut, ....

Auch wenn ich das Gefühl habe, dass ich niemals bekommen werde, was ich will...


alle übrigen Punkte:

Das Gefühl, dass ich niemals bekommen werde, was ich will...


Dies ist oft eine Einschätzung, die in solchen Fällen zuerst behandelt werden sollte. In diesem Fall liessen wir zunächst Mary zu Wort kommen, weil ihr Problem gefühlsmässig nicht so verletzend war als Johns. Als dann anschliessend John an der Reihe war, war sie in der Lage, ruhig (ohne tiefere emotionale Reaktion) und liebevoll anwesend zu sein, während sich John durch seine schmerzhaften Gefühle arbeitete. Tatsächlich war sie an diesem Punkt so frei von ihrem früheren “Ich bin besser als Du”-Gefühl, dass John später berichtete, dass er das Gefühl hatte, als ob sie ihn mit Liebe geradezu überschwemmte.

Johns 10+ fiel auf eine 4. Dann berichtete er über eine starke Blockade in seinem Hals. Als wir ihn fragten, was ihm die Energie in seinem Hals wohl mitteilen wollte, sagte er nach einem kurzen Moment des Nachdenkens: “Alles, was ich hören kann ist: Du eiskalte, kastrierende Kuh!”

Wir versicherten uns bei Mary, dass es für sie o.k. war, wenn John in ihrer Gegenwart über dieses Thema sprach und sie sagte “natürlich, ich weiss, dass er das sowieso denkt!”. Sie befand sich immer noch in einer sehr ruhigen und liebevollen Stimmung.

Wir liessen John den Handkantenpunkt beklopfen, während er Mary ansah und sagte:

“Auch wenn ich Mary für eine eiskalte, kastrierende Kuh halte, liebe und akzeptiere ich mich und Mary doch ganz und gar.”

“Auch wenn ich dieses erstickende Gefühl im Hals habe...”

“Auch wenn es mich erschreckt, wie stark meine Gefühle sind und ich Angst davor habe, sie herauszulassen...”

Anschliessend beklopfte er alle Punkte mit dem Erinnerungssatz “eiskalte, kastrierende Kuh”, gefolgt von einer 9-Gamut Übung, die die Intensität auf “...so ziemlich eine 1” herunterbrachte.

Danach berichteten beide, dass sie sich wesentlich besser fühlten, was man auch an ihren Stimmen deutlich erkennen konnte. Sie erklärten, dass es sich um einen grossen Durchbruch in ihrer Beziehung handelte und dass es für sie eine grosse Erleichterung war, über so (früher als sehr gefährlich betrachteten) tiefgreifende emotional verborgene Gefühle sprechen zu können. Sie meinten beide, sie hätten einige sehr grosse Schritte gemacht und fühlten sich beide noch ein wenig unsicher.

In unserer zweistündigen Sitzung erzielten wir Fortschritte bei allen Aspekten, die wir behandelten. Abschluss der Sitzung war ein Vergebungsprozess, bei dem sich beide gegenüber sassen und ihre Hände über ihr Herz bzw. die Mitte ihres Brustkorbes legten. Wir baten sie dann, ihre Handflächen-Chakras zu “zünden”, was soviel heisst, wie sich einen Lichtstrahl vorzustellen, der von den Handflächen in ihren Brustkorb fliesst. Dann wiederholten sie dreimal “Durch die Kraft meiner göttlichen Liebe vergebe ich mir selbst für alles, womit ich Dich verletzt habe” anschliessend dreimal “Durch die Kraft meiner göttlichen Liebe vergebe ich Dir alles, womit Du mich verletzt hast.”


Da die Sitzung mit diesem Paar erst kürzlich stattgefunden hat, wissen wird nicht, welchen Einfluss diese spezielle Behandlung auf ihr Sexleben hatte. Während ich dies schreibe, hatte ich noch keine Rückmeldung von ihnen. Gerade in Beziehungen gibt es sehr häufig noch eine Vielzahl anderer Aspekte, die erst nach und nach hochkommen. Vielleicht haben wir ihnen geholfen, ihr Sexleben zu beleben -- oder wir haben noch ein wenig Arbeit vor uns. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Was ich hier dargestellt habe, ist die Essenz unserer EFT-Arbeit, die wir mit ihnen durchgeführt haben. Natürlich gingen dem einige Gespräche voraus, um die Wurzeln des Problems herauszufinden. Es gibt so viele Fälle, in denen EFT innerhalb von ein, zwei Behandlungsrunden Erleichterung bringt, dass man manchmal ganz vergessen kann, dass es auch bei komplexeren Problemen, die manchmal mehr Zeit, mehr Geduld und mehrere Sitzungen benötigen, wirksam ist.

Eine der sehr wichtigen Erkenntnisse, die wir aus dieser Arbeit mitnehmen können, ist die Tatsache, dass es sehr wichtig ist, die elterlichen Verhaltensmuster, die in den Klienten weiterwirken, zu erkennen. Darauf werden wir auch in künftigen Sitzungen näher eingehen.

Marys Gefühl der Überlegenheit und Herablassung hatte seine Ursachen in der sehr herablassenden Beziehung ihres Vaters mit ihrer Mutter. Sie hatte die emotionalen Grundstrukturen der Ehe ihrer Eltern in ihrer eigenen Ehe nachgestaltet, aber ohne sich darüber im geringsten bewusst zu sein. In den kommenden Sitzungen werden wir EFT anwenden, um ihre Gefühle gegenüber der gegenseitigen Beziehung ihrer Eltern nach und nach zu behandeln.

John wuchs in einer Familie auf, in der seine emotionalen Bedürfnisse nur sehr selten bemerkt oder befriedigt wurden, vor allem von Seiten seiner Mutter. Es ist daher kein grosses Wunder, dass sein Kampf um die Befriedigung seiner emotionalen Bedürfnisse sich durch sein ganzes Eheleben zog. Wir werden auch bei ihm EFT anwenden, um andere spezielle Erinnerungen an Situationen, in denen seine Bedürfnisse nicht beachtet oder erfüllt wurden, zu bearbeiten.

Ich hoffe, dass diese Darstellung für Euch bei der Erweiterung Eurer Erfahrungen mit EFT hilfreich ist

Viele Grüsse, Paul Cutright



Hallo, Ihr Alle,

hier kommt ein Nachfassbericht von Paul Curtright zu seinem kürzlich erschienenen Artikel über die Wegbereitung für ein beglückendes Sexualleben seiner Klienten “John” und “Mary”. Wie ihr Euch wahrscheinlich erinnert, hatte die Sitzung einen tiefgreifende emotionalen Fortschritt gebracht, aber es war zur Zeit des Artikels noch nicht bekannt, ob John und Mary nun wirklich voller Freude “zur Sache gehen” würden. Dies werden wir jetzt herausfinden. Sehr wichtig ist hierbei der Nachdruck, der auf die Auslöschung der tiefsitzenden “Trigger” gelegt wird, da diese so häufig hinter derartigen Problemen stecken. Dies ist ein Thema, das vor allem für ernsthafte EFTler von grösster Bedeutung ist.

Ich umarme Euch, Gary



Liebe Freunde und Kollegen,

letzten Monat habe ich über einen Fall berichtet, an dem Layne und ich mit “John” und “Mary” wegen der Herausforderungen, mit denen sie sich in ihrer Beziehung, und hier vor allem auf sexuellem Gebiet, konfrontiert sahen, gearbeitet haben. Als der Artikel geschrieben wurde, wussten wir noch nicht, ob unser EFT-Ansatz im Hinblick auf das Wiederaufblühen ihres Liebeslebens irgendwelchen Erfolg gebracht hatte. Daher dachte ich, dass ihr bestimmt an einem Update über ihre Situation interessiert seid.

Um Euer Gedächtnis ein wenig aufzufrischen, beschreibe ich noch mal kurz die Situation, an der wir gearbeitet haben:

Die Situation, war kurz gesagt, die: John wollte öfter Sex als Mary und fühlte sich verletzt und zornig, weil sie seine Annäherungsversuche abwies. Mary ihrerseits fühlte sich ihm “spirituell überlegen”, wenn er sich ihr annäherte und fand demzufolge sowohl ihn als auch Sex im allgemeinen abstossend. Sie betrachtete sein Verlangen nach ihr als zu “animalisch” und nicht “spirituell” genug. Im Ergebnis hiess das, sie hatten nur wenig Sex und wenn sie welchen hatten, war es alles andere als befriedigend für beide Parteien.

In unserer zweistündigen Sitzung hatten wir im Hinblick auf alle Aspekte, die wir beklopften, Erfolge zu verzeichnen. Danach fühlten sie sich beide gefühlsmässig aufgeschlossen und einander verbunden. Beide äusserten eine tiefe Dankbarkeit dafür, jemanden zu haben, der sie sicher durch solch tiefe, schmerzhafte und gefährliche Gefühle leitete und dafür, dass sie in so kurzer Zeit so einen enormen Fortschritt gemacht hatten.

Da diese Sitzung mit diesem Paar erst kürzlich stattgefunden hatte, wussten wir nicht, welchen Einfluss diese spezielle Behandlung auf ihr Sexleben haben würde. Gerade in Beziehungen gibt es sehr häufig noch eine Vielzahl anderer Aspekte, die erst nach und nach hochkommen. Vielleicht hatten wir ihnen geholfen, ihr Sexleben zu beleben - oder wir hatten noch ein wenig Arbeit vor uns.

So ging es mit John und Mary seither weiter: wir haben wöchentlich eine je zweistündige Sitzung mit ihnen.

(drei Wochen später)

Nach ihrer letzten Sitzung vorige Woche berichteten sie über einen echten Durchbruch in ihrem Sexleben! Darüber hinaus haben sie aber auch noch Fortschritte gemacht, was ihren allgemeinen Grad an Intimität und Sicherheit miteinander und ihrer Hingabe anging. Nun, ich möchte Euch ein wenig darüber erzählen, wie wir dort hin gekommen sind, denn es war kein “Katzensprung”. Vielmehr war es das Ergebnis der Konzentration auf das, was sie sich wünschten und der Bearbeitung aller Aspekte innerhalb ihrer Beziehung direkt, wenn sie aufkamen.

Wenn man Menschen dabei hilft, ihre Ehe wiederzubeleben, muss man normalerweise drei grundsätzliche Elemente beachten:

1. die Erkenntnis, wie ihre Ehe dahin kommen konnte, wo sie jetzt ist

2. zu lernen, neue Wege zu gehen, die zu neuen Ergebnissen führen werden und

3. sogenannte “Auslöser”-Arbeit zu leisten.

Gerade im Hinblick auf die Auslöser-Arbeit ist EFT enorm hilfreich. Wenn Paare häufig frustriert, zornig, rechthaberisch oder distanziert reagieren, dann haben sie normalerweise eine lange Liste an Beschwerden, was der andere tut, um diese Reaktionen zu provozieren. Ein Auslöser kann praktisch alles sein - ein Blick, ein bestimmter Tonfall, eine Geste, eine Haltung, Schweigen - wirklich alles, was in einer anderen Person ein schlechtes Gefühl erzeugt.

Wenn die Auslöser bearbeitet sind, so dass sie keine emotionale Wirkung mehr entfalten, dann befindet sich das Paar, wenn dieselben Situationen in der Zukunft auftauchen, in einem wesentlich besseren Zustand wie vorher. Statt wie zuvor immer wieder automatisch zu reagieren und immer wieder die selben Verhaltenweisen an den Tag zu legen, die zum selben Resultat führen wie schon so oft vorher, können sie nun neue Verhaltensweise ausprobieren, die zu einem neuen und besseren Miteinander führen können. Jeder Berater kann ein Liedchen davon singen, dass es einen Riesenunterschied gibt, ob jemand bereit ist, neue Wege einzuschlagen oder ob er dies dann “in der Hitze der Schlacht” auch wirklich tut. Die Arbeit mit den Auslösern reduziert die “Hitze der Schlacht” und bewirkt, dass die Partner wirklich das tun können, was ihnen ihr Verstand rät.

Während unserer Beratungstätigkeit mit John realisierten wir, dass er, wenn er auch nur den leisesten Verdacht hatte, dass Mary seine romantischen/sexuellen Avancen ablehnen könnte, in ein wesentlich jüngeres Alter zurückversetzt wurde. Er beschrieb seine Gefühle als identisch mit denjenigen, die er als Junge gegenüber seinem Vater empfunden hatte.

Johns Vater drückte sein Missfallen gegenüber seinem Sohn lautstark und auch körperlich aus. Er war häufig ungeduldig mit John und ungehalten, wenn er sich nicht schnell genug bewegte. Darüber hinaus schlug er John oft scharf auf den Hinterkopf. Johns Erfahrung war, dass er sich nicht verstanden fühlte und dass sein Vater nie für ihn da war.

John trug die seelische Wunde (den Auslöser) durch diese Behandlung immer noch mit sich herum und jedes Mal, wenn Mary seine sexuellen Annäherungen abwies, reizte das seine emotionale Wunde wieder (Auslöser). John fühlte sich weiterhin durch Mary zurückgewiesen, ohne sich darüber klar zu werden, dass seine alte Verwundung seine ganze Kommunikation mit Mary beeinflusste.

Für Mary wiederum war es, als habe sie statt eines starken Mannes, der voller Leidenschaft und Verlangen zu ihr kam, ein schwaches, weinendes Kind vor sich, das getröstet werden musste. Das sich ständig wiederholende Verhaltensmuster bestand darin, dass John zu Mary kam, diese an seiner Annäherung nicht so interessiert war, wie er es sich wünschte, was ihn wieder in sein Gefühl der Zurückweisung und des Nichtverstandenwerdens zurückwarf. John interpretierte Marys Ablehnung durch sein verwundetes Kind.

Nachdem wir mit John an seinen Gefühlen der nicht verarbeiteten Zurückweisung durch seinen Vater gearbeitet hatten, war er in der Lage, einige neue Wege einzuschlagen und einige neue Interpretationen für Marys Verhalten zu finden, wenn sie nicht so an Sex interessiert war wie er. Bisher hatte er sich immer gefühlt wie ein besiegtes und getadeltes Kind, aber jetzt verhielt er sich wie ein einfallsreicher und spielerischer Verführer. Er ging sogar so weit, einen Chippendale-Strip hinzulegen, der damit endete, dass sie beide auf dem Fussboden herumrollten, erst lachend, später dann leidenschaftlich. Und Mary reagierte auch ganz anders, seit John seine Annäherungen mehr unter Kontrolle hatte.

Marys Problem bestand darin, dass sie dazu erzogen wurde, die Bedürfnisse aller anderen über ihre eigenen zu stellen und sie empfand tiefe Abneigung dagegen, was passieren würde, wenn John Sex wollte und von ihr erwartete, erregt zu sein, bevor sie “so weit war”. Wenn John ihr seine Gefühle der Hoffnungslosigkeit und Enttäuschung mitteilte, fing sie in der Regel an, ihm verstandesmässig seine Gefühle zu erklären, natürlich auf der Grundlage ihrer Abneigung dagegen, dass ihre eigenen Bedürfnisse wieder einmal weder gesehen noch erkannt wurden (ihr Auslöser). Resultat dieses Verhaltensmusters war regelmässig kein Sex und das Gefühl, voneinander entfernt und unzufrieden zu sein.

Diese Verhaltensmuster hatten sich in ihrer Beziehung unbewusst abgespielt. Unsere Arbeit bestand darin, ihnen bewusst zu machen, was eigentlich lief zwischen ihnen. Was auf dieser verwandelnden, heilenden Reise fast immer passiert, ist, dass diese alten, unterdrückten Gefühle irgendwann plötzlich völlig unerwartet und anscheinend in einem total unpassenden Moment hoch kochen (wie nett es doch wäre, wenn all das sich fein säuberlich innerhalb unserer vereinbarten Termine abspielen würde!). Mary rief uns eines Tages nach einer planmässigen Sitzung, in der wir mit ihr ihre Überzeugung, dass die Bedürfnisse aller anderen wichtiger seien als ihre eigenen, beklopft hatten, an. Sie berichtete über plötzliche Einsichten und Energieschübe und wir halfen ihr, damit richtig umzugehen. Danach fühlte sie sich klar und offen auf einer ganz neuen Bewusstseinsebene. Dies zeigte sich auf interessante Weise in unserer nächsten Sitzung mit den beiden.

Wir arbeiteten mit John und beklopften seine Gefühle gegenüber seinem Vater und dessen Unzufriedenheit mit ihm, seine häufigen Schläge auf den Hinterkopf und Johns Gefühl, dass niemand für ihn da war. Während John klopfte und diese Erinnerungen und Auslöser aus seiner Kindheit behandelte, fing Mary, die ihm gegenüber sass, plötzlich an, sich selbst für Johns Probleme zu beklopfen (Proxy-Klopfen). Dies war vorher noch nie vorgekommen und bedeutete für John einen echten Durchbruch in seinem Gefühl des Verstanden- und Aufgehobenseins durch Mary, anstatt mit all seinem Schmerz ganz allein gelassen zu werden. Mary teilte uns mit, dass sie ein ganz neues Verständnis für Johns Verhalten empfand und dass sie Liebe und Unterstützung zu ihm fliessen lassen wollte.

Hierbei darf man nicht vergessen, dass sich all dies über das Telefon abspielt, während John und Mary in einem Zimmer sitzen.

Genau in der Woche nach dieser Sitzung erlebten sie eine erstaunliche “Liebesnacht” miteinander. Mary erzählte uns: “Es war phantastisch! Ich fühle mich wie frisch verliebt! Er ist ja so sexy!” Johns Kommentar war einfach: “Es ist, als wäre ein Traum wahrgeworden”.

Das Problem mit den Auslösern ist, dass sie Menschen dazu bringen, sich nur noch auf “sich” zu konzentrieren. Jemand betätigt Deinen Auslöser und Du gehst in einen Selbstschutzmodus, was üblicherweise dazu führt, dass Du dem anderen übel nimmst, dass er Dich dahin gebracht hat. Statt Liebe und Verständnis regieren dann nur noch Vorwürfe. Wenn aber diese Auslöser deaktiviert werden, dann können die Partner in einen gemeinsamen “Wir”-Modus eintreten. Sie können als Verbündete zusammenarbeiten. Sie sind in der Lage, die Energie, die für den “Machtkampf” verschwendet wurde, freizusetzen und sie für eine gemeinsame Sache einzusetzen.

Es ist nicht sehr schwierig, sich die Möglichkeiten vorzustellen, die das für uns als Mitglieder einer grösseren Gesellschaft mit sich bringt. Was könnten wir als grosse Gemeinschaft miteinander erreichen, wenn die Auslöser, die uns voneinander entfernen, beseitigt wären? Wie wäre es, wenn unsere guten Vorsätze, eine bessere Welt zu schaffen, nicht ständig durch unsere Unfähigkeit, im kleinen Rahmen miteinander auszukommen, untergraben würden?

Ich hoffe, dies gibt Euch einen kleinen Einblick, wie nützlich Hartnäckigkeit sein kann und auch, welche erstaunliche Kraft EFT besitzt, um Auslöser, mit denen man in herkömmlicher Therapie leicht jahrelang arbeiten könnte (vielleicht ohne je Erfolg damit zu erzielen) zu neutralisieren.

Viele Grüsse,

Paul Cutright

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