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Stand 20.6.2008

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Probleme bei der Bewertung des Stress-Skala Wertes 0 - 10

 

Teil 1

 

Dies ist der erste Artikel aus einer Serie von vier, der uns dabei helfen soll, mit Klienten umzugehen, die Schwierigkeiten haben, den Fortschritt ihrer Behandlung auf einer Skala von 0 -10 auszudrücken. Obwohl die meisten keinerlei Probleme damit haben, sich auf dieser Skala zu orientieren, gibt es doch immer wieder welche, die falsche Werte berichten und damit den Prozess sabotieren. Dafür gibt es sicherlich Gründe. Diese Gründe werden wir jetzt gemeinsam erforschen.

Der erste Artikel handelt von “Julie", die an einem meiner Workshops teilnahm. Bereits nach 2-3 Minuten des EFT Durchgangs wegen eines besonderen Problems (unangenehme sexuelle Belästigung) berichtete sie, Ihr Skalenwert wäre von einer" 9" auf eine “2" gesunken. Das ist wahrlich ein Fortschritt! Vielleicht sogar eines unserer “Minuten-Wunder". Wie auch immer, sie zeigte einen dieser verwirrten Gesichtsausdrücke, die ich von Menschen gewöhnt bin, deren besondere Lebensbedrohung innerhalb weniger Augenblicke verschwindet. Unter dem Eindruck dieser Situation denken Klienten oft Dinge wie :

“Das kann doch nicht wahr sein", oder “Hier stimmt was nicht! Schliesslich war ich die ganzen Jahre in Therapie  und das soll jetzt innerhalb weniger Minuten verschwunden sein?"

Diese Zweifel stellen sich bei der genauen Abschätzung der verbleibenden Intensität in den Weg und zwingen den Klienten geradezu zu behaupten: “Da ist immer noch was übrig”, wenn tatsächlich bereits nichts mehr da ist. Das ist mir in den letzten Jahren klar geworden und zum Beispiel dafür führe ich ein Gespräch mit “Julie” an, in dem ich versuche, eine genauere Einschätzung zu erreichen:

 

Gary: Wieso weisst du, dass du auf einer “2" bist?

Julie: Das weiss ich gar nicht, das scheint einfach so.

Gary: Hast du während dieser Erinnerung irgendeine körperliche Erfahrung? Zum Beispiel, einen schnelleren Herzschlag, schwitzende Hände, eine enge Kehle, schnürt es dir den Magen ein oder etwas Ähnliches?

Julie: Nein, mir fällt nichts auf.

Gary: Hast du normalerweise körperliche Symptome, wenn dieses Gefühl in die hochkommt?

Julie: Ja, ich habe einen Knoten im Magen.

Gary: Schliess deine Augen und geh im Gedächtnis noch einmal alles durch. Dann sage mir, ob der Knoten im Magen noch da ist.

Julie: (Nach einem kurzen Moment) Nein ...da ist kein Knoten...Interessant!

Gary: Gibt es da noch andere Symptome?

Julie: Nein

Gary: Ist das ungewöhnlich?

Julie: Ja.

Gary: Woher weisst du dann, dass du nicht bei “0" bist? (Eine wichtige Frage, die ich oft stelle)        

Julie: Hmm, vielleicht bin ich bei “0”. Ich war noch nie bei “0” bei diesem Gedanken, so wie jetzt, darum weiss ich auch nicht, wie das ist.

Gary: Ist die derzeitige Vorstellung des Gedankens an dieses Problem anders, als wenn du dich daran erinnerst, vom Fahrrad gefallen zu sein, oder deinen Zeh verstaucht hast?

Julie: Nein, nicht wirklich. Aber das müsste er doch...Vielleicht erwarte ich, dass es zurückkommt, und darum habe ich “2” gesagt, um Platz zu lassen für diese Möglichkeit.

Gary: Wenn wir einmal diesen Erfolg bei einem SPEZIELLEN Problem erreicht haben, dann ist es unwahrscheinlich, dass etwas zurückkommt. Jedenfalls bin ich gespannt, ob du jetzt auf “0” oder “2” bist.

Julie: (lächelt) Ich denke nicht. Es muss “0” sein, weil sich einfach nichts Belastendes einstellt. Eigentlich dumm, dass ich das so lange mit mir herumgetragen habe!

 
Manchmal jedoch ist der Klient tatsächlich auf dem Wert, den er angibt und dann sollte ein weiterer EFT - Durchgang gemacht werden, um noch weiter herunter zu kommen. Auf jeden Fall lohnt es sich, aufmerksam zu sein, wenn Klienten niedrige Werte melden, so wie Julie. Sie könnten bereits bei “0” sein.

 Euer Gary

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