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Der Palast der Möglichkeiten
Kapitel 2 - Die Schriften auf unseren Wänden
Anmerkung: in diesem 2. Kapitel geht es um die „Palast"-Metapher und einige
grundlegende Gedanken.
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Wir leben in einem Palast der Möglichkeiten.
Er ist von einer sich unendlich ausdehnenden Struktur, mit vielen wundervollen Räumen
und Nebengebäuden, die angefüllt sind mit Freude und Überfluss. Die Räume sind für
jeden frei zugänglich, auch wenn die meisten von uns nur wenige Räume aufsuchen.
Aber nicht deshalb, weil wir nicht dürften oder zurückgehalten würden. Nein, überhaupt
nicht! Es ist unser Recht von Geburt an, in allen Räumen zu leben. Aber es ist so, dass
wir nur in jene Räume gehen, in denen wir uns am wohlsten fühlen. Irgendwie „gehören"
wir nicht in die anderen, großzügigeren Räume. Die sind für die anderen. Sie sind für die
reicheren und privilegierteren und für Menschen, die mehr Talent haben als wir. Wir
bleiben im Bekannten und Gewohnten (in unserer Komfortzone) und wagen uns nicht
hinter die Wände (Begrenzungen) der Räume, die wir für uns ausgewählt haben.
Warum?
Weil auf diesen Wänden unsere „Ich kann..."- und „Ich kann nicht..."-Überzeugungen
geschrieben stehen und wir diesen gehorchen wie Befehlen - als ob sie wirklich wären. In
unserem Einkommen spiegeln sich diese Beschränkungen wieder. Ebenso in unserem
Selbstbild. Tatsächlich gibt es kaum einen Teil unseres Selbst, der nicht von diesen
Schriften beeinflusst ist.
Die Worte an unseren Wänden sind natürlich Metaphern für unsere Gespräche mit uns
selbst. Sie repräsentieren all die Einstellungen, Meinungen und Überzeugungen
(Glaubenssätze), die wir die Jahre über angesammelt haben. Viele von ihnen sind uns
von unseren Eltern, Großeltern, Lehrern, Trainern, Religionen, Gleichaltrigen, Büchern,
Fernsehen und einer endlosen Liste weiterer „Autoritäten" in unserem Leben „vererbt"
worden. Nehmen wir sie genauer unter die Lupe (was wir in dieser Reihe tun werden),
werden uns viele davon als lächerlich erscheinen. Dennoch behindern sie uns in unserer
Entwicklung.
Jeder von uns hat andere Worte auf seiner Wand stehen. Deshalb haben wir auch
unterschiedliche Begrenzungen. Ihre Grenzen sind andere als meine, weil die
„Wahrheiten", die auf Ihrer Wand geschrieben stehen, andere „Wahrheiten" sind, als die
auf meiner Wand. Dennoch sind es eigentlich überhaupt gar keine richtigen
„Wahrheiten". Es sind einfach nur Richtlinien, die wir angenommen haben, um durch`s
Leben zu kommen - UND - viele von ihnen sind Erfindungen. Sie sind „vererbte"
Überzeugungen, die von anderen auf unsere Wände geschrieben wurden und denen wir
seitdem pflichtbewusst gehorcht haben. Das muss nicht so sein!
Dies führt mich zu einer grundlegenden Annahme, auf der „Der Palast der Möglichkeiten"
beruht. Sie ist von entscheidender Wichtigkeit und liegt absolut jeder Idee zugrunde, die
wir hier in dieser Reihe betrachten werden.
Sie sollte auf die Innenseiten unserer Augenlider tatöwiert werden, so dass wir sie
jedesmal sehen, wenn wir blinzeln. Ihre Wahrheit ist unbestreitbar, dennoch ist
sie so subtil, dass wir dazu neigen, sie nicht wahrzunehmen. Hier ist sie:
"Wir befragen ständig die Schriften auf unseren Wänden."
Diese Schriften sind unsere bedeutendsten Ratgeber und wir suchen sie täglich und den
ganzen Tag lang auf. Warum auch nicht? Sie stellen alle unsere Erfahrungen dar, die wir
jemals gemacht haben. Sie enthalten all unsere „Wie geht das?"-Antworten. Und sie
enthalten sowohl all unsere „Ich kann..."-Sätze und „Ich kann nicht..."-Sätze, als auch
unsere „Ich sollte..."- und „Ich sollte nicht..."-Überzeugungen. Sie beinhalten sowohl
unsere „Ich muss..."- und „Ich darf nicht..."-Einstellungen als auch unseren Sinn für
Fairness. Sie beinhalten unsere Version von angemessenem Verhalten genauso wie
unseren Sinn für das, was richtig und was falsch ist in dieser Welt. Sie beinhalten unsere
Beurteilungen, unsere Erfolge und Fehlschläge. Es steht alles dort - alles, was wir für
wahr halten - geschrieben auf unseren Wänden.
So essen wir zum Beispiel Suppe mit einem Löffel statt mit einer Gabel, weil unsere
Wissensbasis (die Schriften an der Wand) uns dies so empfehlen. Dies geschieht
unmerklich, ich weiß, aber es ist so, als ob wir die Frage stellen würden "Wie esse ich
diese Suppe?" und die Schrift auf unseren Wänden würde sagen: "Nimm dazu einen
Löffel." Das ist der Grund, warum wir zu einigen Gelegenheiten Jeans tragen, zu anderen
aber Anzug und Krawatte oder Abendkleid. Wir lassen uns ständig von den Schriften an
unserer Wand beraten. Diese bilden die Wahrheit, so wie wir sie gelernt haben.
Wir befragen unsere Schriften für alles und jedes. Diese Worte erzählen uns etwas über
unsere Möglichkeiten ebenso wie über unsere Begrenzungen. Und oft stehen sie im
Konflikt miteinander. Was das Thema Geld angeht, sagen sie uns vielleicht "Du lebst in
einem freien Land voller Möglichkeiten - pack's an!" Aber sie erzählen uns vielleicht
auch:
"Dafür bist Du zu jung (oder zu alt)."
"Du hast zu wenig gelernt / bist nicht gebildet genug."
"Du bist eine Frau und hast schon von daher schlechte Chancen."
"Du gehörst einer Minderheit an."
"Leute, die was riskieren, fliegen auf die Nase."
"Um vorwärts zu kommen, brauchst du gute Beziehungen."
"Reiche Leute sind unehrlich."
Diese fiktive Liste von Begrenzungen ließe sich natürlich noch endlos weiterführen.
Stehen einige von diesen Sätzen auf Ihrer Wand? Wenn Sie irgendwelche davon für wahr
halten - oder sie sich für Sie auch nur ein bisschen glaubwürdig anhören - dann haben
Sie sich meiner Meinung nach eine teure „Begrenzung" eingekauft, die nicht sein müsste.
Geld ist nicht von vornherein gut oder schlecht. Es ist eine Form von Energie. Es kann
dazu verwendet werden, um Kriege und Zerstörung zu finanzieren ODER es kann dazu
benutzt werden, um Liebe auch in die schwer erreichbaren Ecken der Welt zu bringen.
Wir können uns unsere persönliche Abwehr dagegen aufbauen oder das Geld frei zu uns
fließen lassen als Zeichen des Überflusses, der unser Geburtsrecht ist. Das alles wird uns
diktiert durch die „Ich kann"- und „Ich kann nicht"-Sätze, die auf unserer Finanz-Wand
geschrieben stehen.
Letztendlich wird EFT überall im Geschäftsleben, im Sport, in der Bildung, für spirituelle
und menschliche Leistungen aller Art angewendet werden. Das ist unabwendbar.
Dementsprechend müssen Menschen in Heilberufen ihre Vision erweitern. Sie müssen
sich über die Wände ihrer bisherigen Räume im Palast der Möglichkeiten hinaus bewegen
und in Räumen leben, die ihnen ermöglichen, ihre eigene emotionale Freiheit zu
erweitern, gemeinsam mit der ihrer Klienten.
Ich sehe einen Tag vor mir, an dem der fähige Therapeut oder Coach Klienten an die
Hand nimmt und sie von ihrem Verlies in die Dachwohnung des Palastes und darüber
hinaus führt. Außerdem wird der Therapeut oder Coach selbst durch sein eigenes Vorbild
führen. Es gibt keinen besseren Weg, Überfluss, Freude und emotionale Freiheit zu
lehren, als dass wir uns dafür erst einmal selbst den Weg ebnen.
Wie das funktioniert, sehen wir im nächsten Kapitel. Mehr das nächste Mal.
Ich umarme euch, Gary
P.S. Wir werden auch feststellen, dass die Schriften auf unseren Wänden nicht für immer
dort eingraviert bleiben müssen. Ich freue mich, euch mitteilen zu können, dass sie mit
Kreide geschrieben wurden. Sie können mit EFT ausradiert werden und mit Hilfe anderer
Werkzeuge ersetzt werden. Ihr werdet sehen.
Übersetzung ins Deutsche: Susanne Manavi (www.free-me-up.de),
Sibylle Horn (www.eft-online.de)