Der Palast der Möglichkeiten

Kapitel 23 - Wiederholung und Emotion - Gott segne
meinen Onkel Charlie

Hallo an alle,

ich erwähnte beim letzten Mal, dass viele der Gedanken und „Einschränkungen", denen
wir uns beugen, großartige Drehbücher für eine Broadway-Komödie abgeben würden.
Das ist wahr, sehr wahr, und es wirft die Frage auf, wie denn dieses Zeug als Schrift auf
unsere Wände gelangt ist? Ich meine, habt ihr jemals über die Einzelheiten dieses
Vorgangs nachgedacht? Ich möchte das mit euch untersuchen, denn die damit
verbundenen Einsichten werden bei zukünftigen Fortsetzungen hilfreich sein. Das wird
uns auch neue Einsichten in Bezug auf unsere Einsatzmöglichkeiten für EFT bringen.

Als ich etwa 10 Jahre alt war, lebte die Mutter meiner Mutter mehrere Monate bei uns.
Sie war natürlich meine Großmutter, und ich nannte sie „Oma Effie". Nun hatte Oma
Effie ein sehr hartes Leben gehabt und war eine sehr bittere Frau. Wie sich
herausstellte, war sie geistig krank (Schizophrenie). Ich wusste das jedoch nicht. Für
mich war sie einfach Oma Effie. Sie war eine Erwachsene in meinem Leben, die - für
mich - eine Autorität darstellte. Was sie sagte, war die Wahrheit. Warum? Weil sie
meine Oma Effie war. Ist das nicht steinharte Logik?

Oma Effie war voller Ratschläge und Ermahnungen. Meine Eltern arbeiteten beide, also
verbrachten Oma Effie und ich viel Zeit miteinander. Eine Sache, die sie mir immer
wieder sagte, war die folgende...

„Ein Gentleman raubt einer Dame niemals die Tugend, nicht einmal, wenn sie es will."

Sie sagte das ständig. Ich wette, sie hat es mindestens hundertmal gesagt. Und da war
ich, ein beeindruckbarer Zehnjähriger, am anderen Ende dieser „Weisheit". Ich glaubte
Oma Effie. Ich wusste, sie musste recht haben, auch wenn ich keine Ahnung hatte, was
„die Tugend einer Dame" war. Sie ließ mich versprechen, ich würde immer ein
Gentleman sein und einer Dame niemals ihre Tugend rauben. Ich versprach es
gehorsam. Es war natürlich leicht, dieses Versprechen zu geben, denn ich wusste ja
nicht einmal, wo eine Dame das verflixte Ding (was immer es sein mochte) hatte. Aber
es musste wichtig sein, sonst hätte Oma Effie nicht so eine große Sache daraus
gemacht.

Wie auch immer, später in meinem Leben entdeckte ich, was die Tugend einer Dame
war, und wie es der Zufall wollte, hatte ich ein paar romantische Gelegenheiten, die
mein Versprechen, ein Gentleman zu sein, auf die Probe stellten. Ach, du meine Güte!
Ich würde fast alles darum geben, diese Gelegenheiten noch einmal zu haben.
Wie sich herausstellte, war der einzige, der sich um mein Gentleman-Sein Sorgen
machte, ich. Die Damen kümmerten sich nicht im Geringsten darum. Dennoch reagierte
ich in den meisten Fällen entsprechend der Schriftzüge, die Oma Effie auf meinen
Wänden platziert hatte, und benahm mich wie ein @#%&-Gentleman. Ich machte mich
aus dem Staub.
Seht ihr die Broadway-Komödie darin? Um die Dinge noch schlimmer zu machen, fühlte
ich mich bei den paar Gelegenheiten, wo ich keine Gentleman war und „der Dame die
Tugend raubte" (als ob ich ihr wirklich etwas weggenommen hätte), wegen meines nicht
gentlemanhaften Verhaltens schuldig. Was für eine Kiste! So wie Oma Effie es für mich
arrangiert hatte, konnte ich entweder meine Instinkte verleugnen oder mich schuldig
fühlen. Ich hatte keine andere Wahl. All das in Bezug auf eine der erfreulichsten
Erfahrungen der Natur. Ist das eine unsinnige Einschränkung, oder was? Vielleicht
werden die Damen, die das lesen, der Tatsache etwas abgewinnen können, dass
wenigstens ein männliches Wesen auf diesem Planeten (ich) mit dem schlechten
Gegenstück eures "gesellschaftlichen Auftrags" aufgewachsen ist, der besagt: „Brave
Mädchen tun das nicht." Was für ein Heuler!

Lasst uns genauer hinsehen, was damals passiert ist. Warum kaufte ich Oma Effie ihren
Glaubenssatz ab und ließ es zu, dass er so fett auf meinen Wänden stand? Deshalb, weil
beides, WIEDERHOLUNG und EMOTION, vorhanden waren. Das sind die
Voraussetzungen, um einen Glaubenssatz zu installieren. Sie erlegte mir WIEDERHOLT
dieses „Gentleman/Tugend"-Ding auf, und da sie eine Autorität in meinem Leben war,
nahm ich ihre EMOTIONAL gefärbte Botschaft an.

Hätte ich im Gegensatz dazu die Aussage nur einmal im Vorübergehen von jemandem
gehört, den ich nicht kannte oder achtete, wie viel Gewicht, glauben Sie, hätte ich ihr
wohl gegeben? Vielleicht hätte ich ihr im Moment etwas Glauben geschenkt, aber mit der
Zeit hätten die vielen anderen Glaubenssätze, die mit WIEDERHOLUNG und EMOTION
auf meine Wände geschrieben wurden, diese Möchtegern-„Wahrheit" in eine dunkle Ecke
meiner Wände verdrängt. Sie wäre wie nicht vorhanden gewesen, bis sie durch die
Verwendung von WIEDERHOLUNG und EMOTION verstärkt worden wäre.

Wenn jemand (ein Klient?) mit Glaubenssätzen wie „Die Menschen sind schlecht", „Gott
wird mich bestrafen", „Ich bin wertlos" und so weiter aufwartet, können wir ohne
Weiteres davon ausgehen, dass diese Glaubenssätze durch WIEDERHOLUNG (es ständig
gesagt bekommen) und EMOTION (mit Schlägen, Liebesentzug, Zurückweisung etc.
durch jemanden, der in ihrer Welt „zählt") installiert wurden. In der Vergangenheit
hatten konventionelle Therapietechniken große Schwierigkeiten damit, diese Schriften zu
entfernen, weil sie wie in Stein geätzt schienen. Jetzt, mit EFT und anderen
Energietechniken, können wir sie in relativ kurzer Zeit löschen. Im Grunde bringen wir
die emotionalen Bausteine, die dazu dienten, die Glaubenssätze zu befördern und sie so
lebendig zu erhalten, zum Einsturz. Das erlaubt unserer grundsätzlich positiven Natur,
an die Oberfläche zu kommen. Außerdem bereitet es uns gleichzeitig den Weg, um neue,
brauchbarere Glaubenssätze zu installieren und den „Palast der Möglichkeiten" zu
betreten.

Ich hatte kein EFT, um mich von Oma Effies Zeug zu befreien. Ich wünschte, ich hätte es
gehabt. Es wäre viel früher verschwunden, und ich hätte einige gute Erinnerungen mehr
zu erzählen. Trotzdem kam ich darüber hinweg. Als ich aufwuchs, wurden
entgegengesetzte Schriftzüge auf meine Wände geschrieben, durch „Umkleideraum-
Gespräche" mit anderen Jungs und meinen Onkel Charlie (auch eine Autorität), der mir
sagte...

„Nimm, was du kannst, so oft du kannst, wann immer du kannst. Du bist nur einmal
jung."

Gott segne meinen Onkel Charlie.

Dies vor Augen können wir uns darum kümmern, wie wir am besten neues "Material"
installieren und neue Schriftzüge auf unsere Wände setzen. Wir tun es einfach auf die
bewährte Art (nach dem Radieren der Wände mit EFT), durch WIEDERHOLUNG und
EMOTION. Die Affirmationen liefern die WIEDERHOLUNG und die Tagträume liefern die
EMOTION. Das ist Grundwissen, ich weiß. Aber oft vergessen wir das Grundwissen.

Nächstes Mal werden wir einen ganzen Industriezweig im Detail anschauen, der das
Grundwissen nicht vergessen hat. Man könnte behaupten, es ist der größte
Industriezweig der Welt. Es ist die Werbung. Denkt darüber nach. Sind all die Melodien
und Slogans, die in euren Köpfen widerhallen, nicht durch WIEDERHOLUNG und
EMOTION dorthin gelangt? Jede Wette! Die Werbeindustrie gibt Milliarden dafür aus,
dass ihre Schriften auf euren Wänden landen. Und sie verwendet all dieses Geld aus
einem Grund, und nur aus diesem einen Grund: es funktioniert. Das ist offensichtlich,
und wir wären gut beraten, uns einiges von diesen hochbezahlten Madison Avenue-
„Psychologen" abzuschauen.

Warum nicht Werbung machen für uns selbst?

Ich umarme euch, Gary

PS: Im Übrigen bin ich noch immer ein Gentleman. Ich habe heutzutage nur eine
andere Definition dafür.
Übersetzung ins Deutsche: Irene Müller &
Sibylle Horn (www.eft-online.de)

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